Leichtgewichte für die „Dicken“... (von Andreas Heinz)

Andreas Heinz
fangmeldung@naturebaits.de
29. Jun. 2018

Kürzlich sammelte ich wieder eine dieser Erfahrungen, die all das, was man kennt und in seine Strategie einbindet, über den Haufen wirft. Ich war an einem französischen Natursee unterwegs, Wassertemperatur 24°C, glasklares Wasser und der See umsäumt von Seerosen.

Ich war mir sicher, dass die Fische bei dem warmen Wasser mit dem Laichen längst fertig sind und dachte, easy going, Noepren-Shorty anzuziehen, auf Tauchstation gehen, Fraßspuren ausfindig machen, dort mit Futterfallen fischen und ein paar schöne Tiere fangen.

(Es heißt immer „Wer suchet, der findet!“, doch zumindest klassische Fraßspuren, nach denen hätte man hier lange suchen können…)

Doch nach ein paar Tauchgängen war ich verwirrt, waren doch keine klassischen Krater als untrügliches Zeichen für fressende Fische im Bodengrund zu erkennen. Ich dachte kurz sogar: „Gibt es hier überhaupt Karpfen?“ Erst als ich den Bodengrund mit meiner Hand berührte und diese sogleich in einer flockigen Sedimentwolke komplett verschwand, dämmerte mir, dass ich das typische Bild von Stellen, an denen Karpfen den Bodengrund nach Nahrung durchsucht haben, hier nicht finden werde.

(Als ich mit meiner Hand den Bodengrund berührte und sie sogleich in einer flockigen Sedimentwolke verschwand, da wusste ich Bescheid…)

Aber Fische waren definitiv in der Nähe, das erkannte ich an Blasenspuren von Fischen, die mich bemerkt hatten und die aus den Seerosen in tieferes Wasser oder in angrenzendes Schilf flüchteten.

(An den Blasenspuren flüchtender Fische erkannte ich, dass gute Karpfen in der Nähe waren)

Es half nichts, die Köder mussten ins Wasser und das nach Möglichkeit in der Nähe der Fische, die sich durch die Teppiche aus Blasen verraten hatten. Da ich große Schleien gesehen hatte, verwendete ich, zumindest für meine Verhältnisse, recht große Köder bestehend aus einem 24mm Weightless hookbait plus einen halben 20mm Natural Pop-Up.

(Ich verwendete, zumindest für meine Verhältnisse, relativ große Köder bestehend aus einem 24mm Weightless hookbait plus einen halben 20mm Natural Pop-Up.)

Dieser Köder war so leicht, dass er auf dem sehr sehr weichen Sediment noch auflag. Diese Präsentation war relativ auffällig. Selbst halbe Boilies, die ich hinzu fütterte, versanken in dem Sediment. Ich bin mir sicher, dass die Fische sich das gesamte Futter auch aus dem Sediment geholt haben, versprach mir aber von meiner Präsentation einen zusätzlichen visuellen Effekt und wie heißt es so schön, wer fängt hat recht. Übrigens sind die Weightless hookbaits von sich aus schon so leicht, dass man wirklich aufpassen muss, dass der halbe Pop-Up nicht schon das gesamte Gespann komplett aufschwimmen lässt.

(Die Köder waren so leicht, dass sie auf dem sehr sehr weichen Sediment noch auflagen.)

Die Montage an sich war robust, bestehend aus 35lb Mussle Careline, dem Xenia Haken in Größe 4 und einem 140 g Undercover Rhomb Inliner. Sicher fragt ihr euch, warm ich mitten in Seerosen und Schilf ein Inline-Blei verwendet habe. Nun ja, ich hinterlasse nur ungerne Bleie im Gewässer und außerdem bin ich überzeugt davon, dass die Fische das Inlineblei aus dem Wirbel ziehen, dann ein paar Meter zur Seite schwimmen und dann nicht mehr weiter kommen. Jedenfalls habe ich es immer so erlebt. Ein paar Meter von dem Platz, an dem ich den Köder abgelegt habe, waren die Fische quasi geparkt, wenn ich mit meinem Boot dort ankam.

(Die Montage war robust, zuverlässig und trotzte so Seerosen und Schilf. Die Hookbaits überlebten jegliche Schleien-Attacken ohne Probleme.)

(Manchmal hing auch ein schönes Exemplar am Haken. Warum nicht?)

(Ich präsentierte meine Köder recht flach, dort wo das Sediment etwas  sauberer aussah und frei von abgestorbenen Seerosenblättern war.)

(Fisch mit Wiedererkennungswert)

(Dies brachte Fisch. Der Anfang war gemacht!)

(Ein Dicker aus den Seerosen. Die Weightless Hookbaits in Verbindung mit einem halben Natural Pop-Up arbeiteten gut für mich!)

(Und das Beste zum Schluss. In der letzten Nach fing ich einen 30,8 kg Fisch in 80 cm Wassertiefe! Die Stelle lag zwar in der Nähe von tieferem Wasser, aber ich war trotzdem baff! Einen so großen und massiven Fisch hatte ich in so flachem Wasser noch nicht gefangen.)

Ich wünsche euch einen entspannten und fischreichen Sommer.

Autor

Andreas Heinz

ist beruflich Maler und Lackierer. In seiner Freizeit tauscht er den Pinsel am aller liebsten gegen seine Angelrute ein. Mit dem Karpfenangeln begann er 1990.

Andreas besitzt das was man als Watercraft bezeichnet. Als ehemaliger Wettkampffischer kennt er sich auch mit Futtermischungen hervorragend aus und weiß diese zu seinem Vorteil einzusetzen.

In unserem Team ist er auch besser als die "Geheimwaffe" bekannt, wenn es darum geht wirklich jeden abzuangeln.

Verwandte Artikel

0 Kommentare