…Wenn man(n) auf die Kinder hört. (von Chris Ackermann)

Chris Ackermann
fangmeldung@naturebaits.de
16. Mär. 2019

Eigentlich hatte ich gar keine Lust raus ans Wasser zu fahren. Seit Wochen waren meine sieben Sachen bereits in der Garage verstaut und ich mit meinem Kopf komplett woanders. In meinem Leben hatte sich einiges getan. Ein neuer Mensch fand den Weg zu meinem Herzen, klar dass ich meine Prioritäten verschob. Zum einen hatte ich 2018 ganz gut gefangen -gerade in den letzten Monaten des Jahres- zum Anderen habe ich es schon immer vorgezogen die Wintermonate abseits der Gewässer zu verbringen…

(manchmal sogar richtig dick… )

(Dennoch: Im Winter zieht es mich nichtmehr ans Wasser, die Prioritäten verschieben sich)

Nun stand ich da, mein Sohnemann vor mir. Eher beiläufig hatte ich erwähnt, dass wir eventuell Angeln gehen könnten. Paul war direkt Feuer und Flamme und ich bereute ein wenig, diesen Vorschlag eingeräumt zu haben. Nun gut. Er bestand darauf, versprochen war immerhin versprochen.

(Gerade die letzten kalten Monate hatte ich ganz gut gefangen… )

Der milden Temperaturen in diesem Winter wegen, hatte ich bereits Anfang Februar (unglaublich eigentlich) angefangen, alle ein zwei Tage exakt zwanzig Boilies an einem Spot zu füttern. An einem Gewässer, an dem ich noch eine Rechnung offen hatte. Vom Vorjahr war noch einiges an Scopexboilies über, die angedachte Menge für den Herbst hatte ich bei Weitem nicht aufgebraucht. Da die Klicker mittlerweile etwas härter waren, legte ich eine ordentliche Portion in Scopex-Liquid ein.

So hatte ich einige Kilos gepimpter Bollen parat, was im Winter sicher ein Vorteil ist. Zwar hatte ich nicht vor so früh im Jahr meine Saison einzuläuten, wollte aber eine Stelle vorbereitet haben, sollte es mich doch einmal ans Wasser ziehen.

(Bereits Anfang Februar fing ich an fast täglich zwanzig Scopex Boilies zu füttern…)

(Als Hakenköder kamen 16er Yellows ans Haar)

(Doch ich wurde überrascht…)

Das einzige Problem das sich in diesem Moment stellte war die Tatsache, dass Paul mit meinem Gewässervorschlag so gar nicht einverstanden war. Er hatte anderes im Sinn, da half auch „Honig um den Mund schmieren“ nichts. Es lief auf eine spontane Nacht ohne Vorbereitung an einem gänzlich anderen See hinaus, ich gab mich geschlagen.

(Im Winter lief es richtig. Dezember, schon länger der neue Oktober)

(Schuppenlose Winterschönheit)

Als wir an dem Wunschgewässer meines Kleinen ankamen und er zu allem Übel auch noch die Stelle wählte, an der ich zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht angeln wollte, schrieb ich diese Nacht bereits ab. Blank zum Saisonstart -sicher nicht das erste Mal.

Nichts desto trotz Versuchte ich das Beste daraus zu machen. Ich längte meine Ruten auf eine Distanz ab, in der ich die flache, mit hartem Sediment verzierte Region hinter mir lassen und auf schlammigem Bogen angeln konnte und beschloss mit grellen, gelben Poppis zu angeln. Eine Rute Single, die andere mit etwas Beifutter. Gut 200Gramm Scopexboilies fanden den Weg in meinen Mund, anschließend kleingekaut wieder zurück in den Eimer. Etwas Liquid drüber, einziehen lassen und im Anschluss mit der Spomb über die bereits ausgelegte Rute Nummer zwei.

(Die Waffen waren scharf)

Nachdem die Waffen scharf waren machten wir es uns auf der Liege gemütlich, knabberten Karotten und anderes Gemüse, spielten Karten und erzählten. Es war mein Kleiner, der gut eineinhalb Stunden nach Ausbringen der Ruten plötzlich innehielt und mich an die Ruten schickte. Tatsächlich ratterte der Delkim im Dauerton und ließ keinen Zweifel über, dass sich da tatsächlich ein Karpfen an meinem kleingekauten Scopexbrei verirrt hatte.

(Gespielte Zuversicht…)

Nie hätte ich mit einem solch schnellen Biss, mit einem solch tollen Fisch gerechnet, nicht zu dieser Jahreszeit! Da sieht man mal wieder, dass man ab und an auch auf die Kleinen hören sollte…

(Dickfisch im Retainer)

(Da hab ich gut Lachen)

Mittlerweile ist diese Nacht auch schon einige Tage her, auf meiner Futterstelle war ich noch immer nicht aber seit euch gewiss, ich werde euch davon berichten…

Liebe Grüße und allen die die neue Saison noch nicht eröffnet haben: Einen guten Start!!!

(Der erste richtig gute Fisch 2019 war auf der Habenseite, Sohnemann sei Dank)

Autor

Chris Ackermann

im wunderschönen Frankenthal ist Chemikant in der BASF Ludwigshafen und infizierte sich bereits 1992 mit dem Karpfenanglervirus. Die Jahre zuvor stellte er sämtlichen anderen Süßwasserfischen der Gegend nach, was er auch bis heute nicht sein lassen kann.

Neben der Angelei, die einen sehr großen Teil seines Lebens einnimmt, geht er auch ganz gerne mit seiner Frau durch dick und dünn, liebt es, Videoaufnahmen in diversen Shows zusammen zu schnippeln und macht, wenn auch nicht mehr ganz so häufig wie das vielleicht vor dem zarten Alter von 30 der Fall war, ab und an etwas Sport!

Zudem ist er Autor des Bestsellers "Mein Weg".

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