Balaton Bulle...(von Stefan Hajdinyak)

(Unberührte Natur und endlose Wasserfläche...)

 

(Die Sonne geht gerade auf, die ersten Mücken verlassen ihre Nester, Wasser soweit das Auge reicht und plötzlich ein paar Pieper...)

 

Aber zurück zum Anfang… Schulschluss, Sommerferien!- Alles und jeder macht sich auf den Weg in den wohlverdienten Urlaub. Dass das Abenteuer „Balaton“ im Hochsommer kein leichtes Unterfangen werden wird, war uns von Anfang an klar, erfreut sich der See nicht nur bei Anglern, sondern auch bei Seglern, Badegästen, Surfern und anderen Wassersportlern allergrößter Beliebtheit. Daher suchten wir eine Stelle die nicht allzu sehr vom Tourismus heimgesucht wird…

 

(Unser Lager, errichteten wir im Grünen – so sah es von drinnen...)

 

 

(…und von draußen aus...)

 

(Dort konnten wir auch ungestört Grillen - gehört im Urlaub einfach dazu...)

 

592 km² zusammenhängende Wasserfläche verdient da schon das Prädikat „Binnenmeer“ und machen die Suche nach dem Großfisch zu einer ganz besonderen Herausforderung. Wir alle haben schon diese Sagen - manches Mal waren es aber auch Geschichten - über Großfische aus den Netzen einheimischer Berufsfischer gehört. So wagten auch wir uns, von den Mythen angespornt und von Ideen getrieben, in der sengenden Hitze ins ungewisse Abenteuer an das ungarische Binnenmeer…

 

(Schier unendliche Weiten lagen vor uns...)

 

(…und das ist nur die Breitseite des Balatons...)

 

Schon bei der Vorbereitung war für uns klar, Qualität vor Quantität, wussten wir doch durch Recherchen und Infos von Freunden, dass das Durchschnittsgewicht der „Balaton-Karpfen“ bei ca. 3-8 kg liegt, wir aber jedenfalls an die gewichtigeren und erfahrenen Altfische , oder wie es der Jäger nennt, die „Platzkarpfen“, herankommen wollten.

 

Stefan hat es da ganz treffend auf den Punkt gebracht: „ Wenn die Kleinen (er meinte die kleinen Karpfen) erst mal mitbekommen, dass da gutes Futter im Wasser ist, sind die wie Piranhas und dann gibt’s nichts mehr zu Lachen.“ Dementsprechend verfolgten wir einerseits die Strategie, mit großen Ködern und abseits der bekannten Fangplätze zu angeln, andererseits setzten wir aber auch auf harte Single-Hookbaits mit nur einer Hand Boilies als Beifutter dazu.

 

Aufgrund des schlammigen Untergrunds, der trüben Sicht und der zahlreichen Weich- und Kriechtiere, haben wir uns für die Bloodworm-Boilies in Verbindung mit den extraharten weißen Weightless-Hookbaits entschieden und alternativ mit Bloodworm-Snowman/Lightning –Pop-up variiert. Die Futterkugeln wurden zudem mit Liquid und Baitattractor verfeinert.

 

(Zahlreiche Muschelbänke erschweren die Arbeit...)

 

(So sieht gutes Futter aus - das sollte uns doch den erwünschten Erfolg bringen...)

 

Als Setup verwendeten wir eine ca. 40 Meter lange Mono-Schlagschnur (wegen der vielen Muschelbänke war diese unbedingt notwendig) und ca. 30 Zentimeter lange Rigs mit vorgeschaltetem Leadcore.

 

(Bloodworm Boilie mit einem Pink Lightning Pop Up verziert...)

 

Die ersten drei Tage vergingen wie im Fluge. Leider ließen sich die Großen Karpfen ebenfalls nicht blicken. Wir fingen zwar Fische aber nichts Nennenswertes war dabei.

 

(Solch eine tolle Abendstimmung bot sich uns an diesem Binnenmeer...)

 

(Hier der einzige Spiegler des Trips, sonst waren nur kleine Schuppis am Werk...)

 

Im Morgengrauen des vierten Tages dann ein strammer Biss auf der 350m Rute. Yes, wir waren im Spiel. Es hieß ab ins Boot und Vollgas Richtung Fisch. Draußen angekommen bestätigte sich dann unsere Hoffnung: „Das ist einer Dicker!“. Das erste Mal durchbrach er die Wasseroberfläche ca. 7 m vom Boot entfernt und lies unsere Blicke auf die graue flanke eine Altspieglers fallen! Boahhh, was für ein Fisch….Das ist genau dieser Moment, der das Angeln so unbeschreiblich macht! Aber es kam dann leider doch alles anders. Als er gerade dabei war die Wasseroberfläche das zweite Mal zu durchbrechen, zerbrach der Traum vom „Balaton-Bullen“ schlagartig und der Karpfen verschwand wieder in den Untiefen des ungarischen Binnenmeeres…

 

Was war passiert?- Ich weiß es nicht genau, vermute aber, dass der Haken etwas unglücklich hing. Zuvor hatte ich nie Probleme mit diesem verwendeten Rig gehabt, Futter war perfekt, ich hatte vorsichtig gedrillt, also warum gerade bei dem Fisch so ein Pech?- Die Enttäuschung war mir ins Gesicht geschrieben.

 

(Mein Kumpel hat dann scherzhalber zu mir gesagt: „ Egal wie scheiße dein Tag auch gelaufen ist, denke immer daran, dass es auf der Welt gerade irgendwo einen dicken Jungen gibt, dem sein Eis heruntergefallen ist, bevor er daran lecken konnte!“ Sehr witzig.-Natürlich nur eine Metapher, aber genauso fühlte ich mich in dem Moment...)

 

Nichts destotrotz machte ich die Rute nach überwundenem Ärger wieder scharf und auch die Motivation stellte sich in den nächsten Stunden wieder ein. Ein kapitaler Fisch blieb jedoch bis zuletzt aus (Ende der Woche hatte es tagsüber immer so um die 40 Grad) und so mussten wir von einem „fast“ perfekten Angeltrip am ungarischen Meer ohne Trophäe abreisen.- Ganz nach dem Motto: „Ich habe heuer leider kein Foto für dich…“. Man braucht oft nicht viel. Ein Run, ein guter Fisch, aber diesmal wollte es einfach nicht sein.

 

(Der letzte Abend war gekommen – noch war die Hoffnung auf den Dicken in der letzten Nacht nicht erloschen...)

 

(Der Weg zum Balaton führte für uns nur über einen schmalen Zufluss...)

 

Was bleibt sind tolle Eindrücke und schöne Erinnerungen an Natur, Land und Leute, und die Gewissheit, wir kommen wieder! In diesem Sinne – schönen Restsommer!.

 

Stefan

 

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