Nordostwind….Fluch oder Segen? (...von Andreas Büttner)

(Der März brachte wenig Wärme mit sich...)

 

Es war Mitte März, als ich mal wieder mit Peter telefonierte. Der Saisonstart verlief bis dahin recht schleppend, da die umliegenden, tiefen Baggerseen aufgrund der schwankenden Temperaturen nur sehr langsam in Fahrt kamen. Da kam mir die Frage, ob ich nach Ostern mit nach Frankreich wolle, gerade recht. Ein großer Stausee sollte das Ziel sein. Die Temperaturen gingen in den folgenden Tagen bergauf, somit fassten wir den Plan die Flachwasserzone des Sees zu befischen, in der Hoffnung, die Fische würden sich dort langsam einfinden.

 

Die Vorfreude stieg und fast täglich beobachteten wir die Temperaturen am Zielort. Doch zwei Tage vor Abreise wurde es dann traurige Gewissheit…Temperatursturz mit Minusgraden in der Nacht und eisiger, stürmischer Nordostwind. Nach einem kurzen Telefonat war klar, jetzt wurde extra Urlaub genommen, jetzt wird es auch durchgezogen. Als wir dann am See ankamen, war es zwar sonnig, aber eiskalt und dieser ekelhafte Wind wehte böig über den See.

 

Das Gewässer an sich war traumhaft. Aufgrund der äußeren Einflüsse verwarfen wir unseren ursprünglichen Plan, die Flachwasserzone zu befischen und entschieden uns für die tiefere Nachtangelzone, die komplett frei war. Schnell waren vielversprechende Stellen gefunden und etwas gefüttert. Peter vertraute dabei, wie immer, auf seine geliebten GLM Boilies. Ich experimentierte auch mit Fresh’n Squid und den Weightless Green Granada. Bei den Rigs, waren wir uns einig, keine Experimente, einfach und effektiv. Nach dem gemeinsamen Abendessen ereilte uns dann blitzartig ein heftiges Unwetter, das in der Nacht noch für eine gewichtige Überraschung sorgen sollte.

 

(Es wurde gar stürmig...)

 

(Unsere erste Wahl...)

 

(So muss das Boot aussehen... dann war es fängig!)

 

Gleich am nächsten Morgen um 6 stand Peter freudestrahlend vor meinem Zelt, Endvierziger…. vielleicht sogar ein Fuffy“, waren seine Worte. Ich freute mich mit ihm und nach dem Wiegen stellte sich heraus, tatsächlicher ein guter, fetter Fünfziger.

 

(So kann der Morgen gerne beginnen...)

 

(Dicker Fuffi - so mus das sein!)

 

(Was für ein fettes Teil!)

 

So lief es dann ganz gut an und in der zweiten Nacht waren wir beide erfolgreich.

 

(Auch dieser Fisch konnte sich sehen lassen...)

 

(Peter mit einem weiteren schönen, alten Recken...)

 

Wir wunderten uns, dass es unter diesen Bedingungen, mit bis zu minus 5 Grad nachts und eisigem Wind, so gut lief. Die Erklärung war denkbar einfach. Beim morgendlichen Waschen im See, stellten wir fest, dass das Wasser brühwarm war. Der NO Wind hatte uns das warme Wasser der Flachwasserzone direkt auf unsere Spots getrieben und umgewälzt. So konnten wir in den folgenden Nächten noch einige schöne Fische fangen.

 

(Ein perfekter Morgen...)

 

(Matte voll...)

 

Als der Wind die letzten zwei Nächte nachließ, blieben auch die Bisse aus. Somit war dann der zuerst so gefürchtete NO Wind, doch eher Segen als Fluch und unsere Entscheidung für den Platz goldrichtig.

 

 (Nachdem der Wind weg war fuhren wir heim...)

 

(Peter freute sich über einen gelungenen Trip)

 

Man sollte sich nicht immer von äußeren Einflüssen wie Luftdruck und Windrichtung entmutigen lassen, wenn Zeit da ist, raus ans Wasser.

 

Grüße Andi

 

 

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