Mal bist du Hund, mal bist du Baum… (von Simon Zeller)

(Definitiv bin ich meistens kein Baum...)

 

Zum xten Mal diese Nacht weckt mich das nervende Geräusch einer Schnake. Diese verdammten Viecher schaffen es doch trotz aller Bemühungen immer wieder in meinen Schirm, selbst mein Hund schaut ihnen im Bivvy genervt hinterher. Doch wenn ich an die letzten 6 Monate zurück denke, dann muss ich unweigerlich zufrieden Grinsen. Es gibt das Sprichwort „mal bist du Hund, mal bist du Baum“ und ich war definitiv fast immer der Hund ;-)!

 

(Sehr tiefe Gewässer die ich beangele beherbergen gute Karpfen die auch im kalten Winter noch fressen...)

 

Die Baggerseen in meiner Region sind öfters mehr als 60 Meter tief. Dies macht sie auch im Winter zu hervorragenden Gewässern, da sie sehr lange die Temperaturen halten und auch nicht so stark auf ungünstige Wetterverhältnisse reagieren. Der Großteil dieser Seen unterliegt keinem sehr großen Angeldruck, und so kann ich meine Plätze immer über einen längeren Zeitpunkt unter Futter halten.

 

(Das Motte ist langfristig um auch nachhaltig zu ernten...)

 

Schon beim Füttern versuche ich mich aber von den anderen Anglern abzuheben. Seit Jahren ist das Selberrollen meiner Kugeln ein Hobby im Hobby. Und wenn die Zeit als doch mal nicht dafür reichte, dann konnte ich mich voll und ganz auf die Boilies aus dem Hause Naturebaits voll verlassen. Aber nicht nur durch die Qualität von Jan’s Kugeln und Zutaten, sondern wie ich diese einsetzte, macht für mich den größten Unterschied zu anderen aus.

 

(Auch im vergangenen Januar konnte ich konstant fangen...)

 

Wer kennt es nicht, Partik- Pelletmix auf den Platz abladen und ein paar Hände Boilies darüber- sieht es nicht meistens so aus? In meiner Angelei setzte ich bewusst auf mehr Boilies als auf einen Partikel- Pelletmix. Dies hat nicht nur die Konstanz meiner Fänge in den letzten Jahren nach oben geschraubt, sondern auch die Anzahl und das Gewicht der gefangenen Fische (zumindest bilde ich mir das ein).

 

(Die oft krummen Ruten dienen als Indiz und langen mir als Beweis für diese Aussage...)

 

Das Frühjahr 2016 begann für mich wieder an einem der tiefen Baggerseen. Natürlich nicht das beste Frühjahrsgewässer, aber die flachen Bereiche sind überschaubar und mit der entsprechenden Futtertaktik kann man so den Platz perfekt aufbauen. Eine Besonderheit daran war, dass der Uferabschnitt den ich befischen wollte nicht betreten werden darf (Betriebsgelände Kieswerk).

 

(Einer der späteren Frühjahrsfische – herrlich gezeichneter Spiegler...)

 

Aus diesem Grund wurde der Platz schon lange nicht mehr beangelt, wegen des erhöhten Aufwandes. Denn man benötigt ein Boot um dort zu füttern. Also griff ich zu meiner Falte. Geangelt wurde vom gegenüberliegenden Ufer aus, was auch während der Raubfischschonzeit keine Probleme darstellte. Bereits in der zweiten Session hatte ich einen meiner Zielfische in den Händen und war mit 2 bis 4 Fischen pro Nacht für dieses Gewässer mehr als zufrieden.

 

(Was will man mehr, wenn Vertrauen hintereinem steht, läuft es nach Plan...)

 

Ebenso liefen parallel die Vorbereitungen für ein sehr großes teils noch unbekanntes Gewässer, das ich bereits erfolgreich im vergangenen Jahr beangelte. Hier musste ich für die Anfahrt und das Füttern mit dem Boot jedes Mal mindestens 3 Stunden einplanen. Größere Mengen an Boilies fanden über mehr als zwei Wochen verteilt den Weg ins Wasser. Die Erwartungen stiegen mit jedem Füttern, doch leider machte mir das launische Wetter einen Strich durch die Rechnung und so musste ich mich nach einem 4 Nächte Trip als „Baum“ bezeichnen. That‘s fishing!

 

(Ein Wettersturz kam mir leider in die Quere...)

 

Es ergab sich für mich die Möglichkeit im Frühjahr einem neuen Verein beizutreten. Dieser See hebt sich aufgrund des Bestandes und dem extremen Angeldruck deutlich von meiner sonst einfachen Angelei deutlich ab. So wurde mir von Vereinskollegen erklärt, dass der Schlüssel zum Erfolg ganz kleine Köder, viele Partikel, Minischneemänner, kleine Poppies und natürlich „unsichtbare“ Montagen mit kleinen Haken sind. Obendrein sei vorfüttern aufgrund der anderen Angelkollegen auch kaum möglich.

 

(Viel Kleinzeug, Weizen und Tigers sollte ich Einsetzen...)

 

Meinen Tackledealer hat‘s ebenfalls gefreut, aber nach der ersten Session mit nur einem Fisch und vielen Mitanglern kam die Ernüchterung. Am letzten Morgen saß ich im Regen unter meinem Schirm und beobachtete die Anderen. Da fiel bei mir plötzlich der Groschen, ich hatte mich von den Aussagen über Partikel, kleine Köder usw. überzeugen lassen und angelte nun so wie alle am See!

 

(Ich setzte nun mehr wieder auf Boilies – ein bisschen verfeinert wurden sie dennoch...)

 

Leider musste ich Aufgrund des nahenden Endes meines Studiums die Futteraktionen an meinen anderen Gewässern stoppen, mir fehlte einfach die Zeit um mehrere Gewässer zeitgleich unter Futter zu halten. Da kam mir der neue Vereinssee bei dem das Vorfüttern aufgrund der anderen Angler schwierig ist gerade recht.

 

(Schon lief es wieder und ...)

 

(...ich war in den nächsten Sessions mehr als nur „Hund“...)

 

(Und wie es lief ;-)...)

 

Ich angelte nur noch während der Woche dort und setzte überwiegend Boilies ein. Fast einsam an den Ufern und nach einigen Fischverlusten bzw. vielen kleinen Fischen wurden auch die auffälligen kleinen Schneemänner, PVA Säcke und die kleinen Haken ausgemustert. Warum wechseln wenn man sonst immer damit fängt, fragte ich mich und kloppte die neuen Errungenschaften in die Tonne…

 

(Mein Plan mich gegenüber den anderen Anglern abzuheben...)

 

(…ging mal wieder mehr als nur auf!...)

 

(Immer mit dabei mein treuer Begleiter und bester Karpfenspürhund...)

 

(Was für ein geiles Tier oder...)

 

(Die Boilies wurden immer weniger, dafür die nassen Säcke immer mehr...)

 

Nun mache ich mich wieder auf die Schnakenjagd in meinem Zelt. Mal schauen was die nächsten 6 Monate so bringen!!

 

(Ein weiterer dicker Bolle für mich...)

 

(Das Lächeln sollte mir erhalten bleiben...)

 

Eins ist klar, immer an dem festhalten was einen ausmacht und nicht auf das hören was wohl besser laufen würde. Gerade die eigenen Erfahrungswerte und –schätze bergen meist die größten Schätze ;-)…

 

Simon

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