Erstens kommt es anders... (Von Maximilian Thiele)

(Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad war in Frankreich an fressende Fische nicht zu denken.)

 

Das Jahr 2014 ist bereits vorüber und ich bin immer noch ein wenig schockiert wie schnell die Zeit vergeht. Vor genau einem Jahr machte ich mir Gedanken wie ich die Saison 2014 gestalten will. Ich wollte möglichst viele Nächte an meinem Rund 20 Hektar großem Hausgewässer verbringen und auch ein bis zwei Trips nach Frankreich oder Mecklenburg Vorpommern waren geplant.Ich wollte wieder zwischen 40 und 50 Nächten am Wasser verbringen. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

 

Die üblichen alltäglichen Aufgaben machten mir teilweise einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Geburtstage der Familie oder Freunden, eine Party hier und eine dort, gepaart mit meiner eigenen Hochzeit ließen meine Vorhaben fast gänzlich scheitern. Im zeitigen Frühjahr verbrachte ich die ein oder andere Nacht an meinem Hausgewässer.

 

(Ein kleiner Schirm im Schutz des Waldes reicht mir fast immer aus.)

 

Jedoch durch den milden vergangenen Winter, waren die Fische eher ein wenig durcheinander und wollten in meinen Gewässern nicht so richtig fressen. Die Seen waren nicht ein einziges Mal zugefroren. Anfang Juni war es dann soweit und ich hatte 14 Tage Urlaub. Zusammen mit meinem Freund Hubert sollte es für eine Woche an einen der großen französischen Seen gehen.

 

Die Vorfreude war groß, denn es ist schon 3 Jahre her als ich zum letzten Mal im gelobten Land zum Fischen war. Nach einigen Vorbereitungen wie das Tackle aufzurüsten und einige Kilos GLM Boilies zu Rollen, konnte es endlich losgehen. Die Fahrt war mühelos und wir kamen schnell an das Ziel welches wir uns vorher ausgesucht hatten. Das Wetter war schon knackig warm und es wehte kein Lüftchen am See.

 

(Ein Nest der Eichenprozessionsspinner Raupe wurde Hubert noch ungewollt zum Verhängnis.)

 

Es waren nicht gerade die idealen Voraussetzungen für unser Vorhaben. Nun gut jetzt sind wir hier uns müssen das Beste daraus machen, soviel stand fest. Nach einstündiger Location mit dem Boot, ließen wir uns in einer kleinen Bucht im Wald nieder. Die Ruten legten wir breit gefächert mit jeweils einer Hand voll GLM und FreshWaterBoilies aus. Doch auch das beste Futter hilft nichts, wenn die Karpfen nicht fressen wollen.

 

Nach einem netten Gespräch mit Laurent einem französischen Karpfenangler der schon seit einer Woche am See war, ließ er uns wissen, dass die letzte Woche sehr schlecht lief. Es wurden nur vereinzelt Fische gefangen. Ein Blick auf die Wetter App ließ auf nichts Gutes hoffen. Es wurde in den kommenden Tagen noch heißer bis knapp 35 Grad. Mein Echolot verriet mir eine Wassertemperatur von 30 Grad an der Oberfläche.

 

(Kurz vor meiner Sommerpause konnte ich noch einige gute Fische zum Landgang überreden.)

 

Teilweise suchten wir Tagsüber mehr als 4 Stunden ob wir die Karpfen irgendwo ausfindig machen können aber sie waren nicht aufzufinden. Das Wetter versprach die nächsten Tage bis zur Abreise auch keine Besserung. Nachdem wir zweimal gemovet sind, entschlossen wir nach 4 Tagen die Session abzubrechen und vorzeitig die Heimreise anzutreten. Hinzu kam noch das wir ein Nest der Eichenprozessionsspinnerraupe das direkt über Huberts Brolly an einer dicken Eiche hing, trotz sorgfältiger Suche übersahen.

 

Hubert hatte es am Arm und Bauch voll erwischt, der rote juckende Ausschlag den die Raupen bei Hautkontakt verursachen ist sehr unangenehm. Zurück in Deutschland und mit noch einer Woche Urlaub im Nacken, machte ich mich wieder an mein Hausgewässer. Dort konnte ich wieder ein paar Fische auf der haben Seite verbuchen.

 

(Die Fische standen noch gut in Futter.)

 

Doch wie es leider ist, musste ich fast den kompletten Sommer zeittechnisch das Angeln unterbrechen. Es war aber auch nicht unbedingt tragisch, denn eigentlich meide ich jedes Jahr die heißen Sommermonate. Doch endlich ging es ab September mit großen Schritten Richtung Herbst entgegen. Ich mag die Zeit wo es früh dunkel und kalt wird und ich abends im Zelt die nötige Ruhe finde, um mir die aktuellen Zeitschriften rund um unser schönes Hobby reinzuziehen.

 

Oftmals bleibt nur die Zeit um schnell mal durch die neuen Hefte kurz durchzublättern. Zum eigentlichen Lesen komme ich eher am Wasser. Um mich ein wenig auf dem Laufenden zu halten, reicht der tägliche Blick ins Internet wie Facebook oder Carpzilla.

 

(Auch einige unförmige Exemplare waren dabei.)

 

Im Herbst fand ich endlich wieder die nötige Zeit, um ein paar Nächte am Wasser zu verbringen. Sogar eine Session mit meinem langjährigen Freund Achim wurde endlich mal wieder möglich. Um den Erfolg zu steigern, fütterte ich alle 2 Tage eine gute Ration selbstgerollte GLM Boilies. Um die Fische nicht nur auf kleine Spods zu fixieren, fütterte ich die Boilies sehr großflächig mit Hilfe des Wurfrohrs.

 

(GLM Boilies mit Weightless Hookbaits und einer Auswahl leuchtender Popups sind meine erste Wahl.)

 

Gerade im Herbst ist das für mich eine sinnvolle Art zu füttern, da die Karpfen sehr aktiv auf Nahrungssuche sind, um sich für den bevorstehenden Winter die nötigen Reserven anzufressen. Anders im Frühjahr, denn da setzte ich lieber auf kleine gezielt platzierte Fallen an Markanten stellen. Auch wenn das Füttern mit dem Wurfrohr mühselig und kraftaufreibend ist, ziehe ich es alle 2 Tage durch.Oftmals beköderte ich meine Ruten schon einen Abend zuvor Zuhause, um nach Feierabend am Angeltagdie Ruten schnellstmöglich vor Einbrechen der Dunkelheit auf den Spods platzieren zu können.

 

(Der Fokus sollte sich nicht nur auf die Angelei beschränken.)

 

(Die schlanken Schuppis machen ordentlich Spaß beim Drill.)

 

(An diesem Tag fing ich 5 Fische in 3 Stunden.)

 

Da an dem ausgewählten Gewässer Boote jeglicher Art verboten sind und ich dort die Montagen werfen muss, nutze ich immer einen kleinen PVA Stick um ein verheddern der Montage ausschließen zu können. Als Stickmix dienen mir einfach ein paar gemahlene GLM Boilies, die ich mithilfe des Korda Krushers zermahle.

 

(Wenn ich Werfen muss nutze ich kleine PVA Sticks um ein Verhedern der Montage zu vermeiden.)

 

(Wenn die Farben der Blätter verblassen dann rückt der Herbst näher.)

 

Am Haken nutze ich die GLM WeightlessHookbaits mit einem kleinen 12mm Fluo Popup. Den Hoobkait samt Stick Dippe ich dann noch kurz in einem Liquid und wälze das Ganze dann noch in Incubator, um den Hakenköder vom Eingebrachten Futter abheben zulassen. Der Erfolg gibt mir Recht und ich konnte noch einige schöne Fische fangen. Doch was soll ich sagen?

 

(Im Herbst wurden meine Fänge größer.)

 

(Tagsüber war nichts zu machen, sie fraßen nur bei Dunkelheit.)

 

Die angepeilten Nächte schaffte ich nicht mal annähernd und auch der zweite Trip der mit Simon im Herbst nach Frankreich geplant war viel auch ins Wasser. Doch ich freue mich jetzt schon auf die kommenden Tages Sessions die ich im Winter oft mache, solange die Wasseroberfläche noch nicht vom Eis bedeckt ist. Doch auf meine Angelei im Winter will ich jetzt nicht näher eingehen, denn das gibt es in einem anderen Bericht an, anderer Stelle. Ich wünsche allen eine schöne Saison 2015 und viele dicke Fische.

 

(Nervenkitzel Pur wenn man mitten in der Nacht durch einen Dauerton aus dem Schlaf gerissen wird.)

 

(Meine Heizung spendet mir in den kalten Herbstnächten wohlfühlende Wärme.)

 

(Der krönende Abschluss meiner Saison 2014.)

 

Mit besten Grüßen,

 

Maximilian Thiele

 

 

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