Kurztrip nach Ungarn... (von Patrick Dorner)

(Bilderbuchwetter im Herbst muss aber nicht gleich Fangwetter bedeuten...)

 

Es ist Ende Oktober die Temperaturen haben tagsüber noch immer um die 20°C. Der Himmel wird von keiner einzigen Wolke geziert und der stetig hohe Luftdruck lässt es perfekt erscheinen um die Seele baumeln zu lassen. Doch zum Angeln sind die Gegebenheiten ja mal alles andere als richtig gute Voraussetzungen.

 

Ich kann mich gar nicht erinnern wann wir so ein Wetter Ende Oktober überhaupt schon einmal hatten. Laut Wetterbericht sollte das auch noch einige Zeit so bleiben. Doch bevor ich zu Hause abhänge und dort generell nichts fange, kann ich auch am See die Sonne genießen – so mein Beschluss. Obendrein bewahre ich mir die Chance auf einen begehrten Herbst-Karpfen, denn nur am Wasser ist dies ja auch möglich...

 

(Der gute, alter Coleman Kocher hat schon einige Jahre auf dem Buckel und funktioniert noch immer einwandfrei und bei jeden Temperaturen...)

 

Nach dem ich ja im April schon in Ungarn unterwegs war und an den heimischen Gewässer gerade Ende Oktober , Anfang November aus der Erfahrung heraus immer sehr viel los ist, wollt ich unbedingt wieder ins Nachbarland reisen. Im Frühling ging es an den Balaton, diesmal stand ein anderer See als Ziel auf dem Plan.

 

Anfang November ging es schließlich für ein paar Tage nach Ungarn. Es handelt sich um einen sehr schönen Natursee. Eingebettet in einem Tal und umringt von einem Wald. Normal sind ja in Ungarn die Gewässer eher seichter als bei uns in Österreich, doch dieser See kann Tiefen bis 20m aufweisen. Dies schien mir mehr als ideal für meine Herbst und Winterangelei.

 

(Alles eingepackt, natürlich darf auch die perfekte Bekleidung zum Angeln nicht fehlen...)

 

Am See angekommen und einem kurzen Rundgang später entschied ich mich für eine zentrale Stelle. Bei meiner Besichtigung traf ich noch weitere Karpfenangler, diese rieten mir meine Ruten im Auto zu lassen und dafür die Spinnrute auszupacken. Denn es herrschte wie schon erwartet eine konstante Beißflaute. Die Raubfische hingegen sollten ziemlich gut laufen. Na toll nicht mal die Spinnrute hatte ich eingepackt und das die Karpfen nicht so aktiv waren hatte ich mir im Vorfeld eh schon gedacht. Hauptsache am Wasser - war die Devise...

 

Meine Spots waren schnell gefunden, ein paar Kilo Dickenmittel Boilies mit Teig verteilt, Montage drauf abgelegt – fertig! Natürlich durfte auch der Paster auf einer meiner Ruten nicht fehlen. Ich knete auch immer etwas Teig um den Paster herum. Die erste Nacht auf einem neuen Gewässer ist immer etwas Besonderes, man achtet auf alle Geräusch, wo etwa Fische springen usw. Nach einem heißen Kaffee viel ich todmüde auf meine Liege und bekam von dem Ganzen außen rum gar nichts mit.

 

(Zuverlässiges Material ist ein Muss! Meine Absolute Nummer eins wenn es ums Vorfach geht...)

 

Am nächsten Morgen weckte mich nicht etwa die Funkbox sondern das gequake von Gänsen. Der Lärm kam von einem Bauernhof in der Nähe. Das Gewässer lag spiegelglatt vor mir keine einzige Wolke am Himmel einfach wieder dieses Bilderbuchwetter. Erstmal Frühstück machen stand auf dem Plan und anschließend Montagen kontrollieren. Und wie es halt immer so ist, genau beim Essen bekam ich einen Biss auf die Paster Rute. Nach kurzem Drill konnte ich einen kleinen Spiegler über den Kescher ziehen. Geil - der Anfang wäre schon mal gemacht!

 

(Paster mit Teig ummantelt, aber auch immer bei den normalen Hakenködern machen ;-)...)

 

Der restliche Tag und die darauffolgende Nacht verliefen ziemlich ruhig. Am nächsten Morgen, der Nebel lag noch tief im Tal, lief wieder eine meiner Ruten ab. Nach einiger Zeit und einem schönen Drill im Boot, konnte ich einen schönen Schuppi fangen. Na siehste es läuft doch was – kam es mir in den Sinn...

 

(Auch in Ungarn funktioniert der Paster...)

 

Ich war mitten am See es war noch sehr nebelig und suchte mein GPS. Leider hatte ich es vergessen in den Eimer zu legen. Zum Glück quakten wieder einmal die Gänse vom benachbarten Bauernhof, so hatte ich einen Anhaltspunkt. Wieder am Land angekommen wurde schnell der Fisch versorgt und schließlich das GPS ins Boot gelegt, nochmal sollte so eine Irrfahrt nicht passieren.

 

(Heutzutage einfach unverzichtbar das GPS, auch aus einem Sicherheitsaspekt gesehen...)

 

Zu Mittag gab es ein wenig „Small Talk“ mit den anderen Anglern. Es stellte sich heraus, dass nur meine Ruten in den letzten zwei Tagen Karpfen gefangen hatten. Alle Angler beklagten das langanhaltende Hoch was herrscht. Davor hatte es sehr lange geregnet und der Wasserstand wäre einen halben Meter über Normalstand. All die Gegebenheiten sollten angeblich nicht gut für dieses Gewässer sein und den Fischen auf den Magen schlagen. Ich hatte ja noch den einen oder anderen Tag um vielleicht noch ein paar Fische zu fangen und bisher konnte ich mich ja nicht beschweren.

 

(Da lässt es sich schön Drillen wenn es windstill ist, normal ist ja der Herbst für starke Winde bekannt...)

 

Es war mitten in der Nacht, ca. 2 Uhr als sich einer meiner Bissanzeiger mit einzelnen Piepern meldete. Erst dachte ich schon, nein nicht eine Brasse! Doch als ich die Rute aufnahm und den stark Wiederstand merkt war mir direkt klar einen Brocken am Haken zuhaben. Nichts wie rein ins Boot und raus, während der Fisch tief am Grund seine Bahnen zog.

 

Draußen im See bekam ich ihn einfach nicht weg vom Grund. Das musste einer der zahlreichen großen Welse des Gewässers sein. Nach einer Ewigkeit bekam ich den Fisch endlich ein wenig weg vom Grund aber die Schlagschnur war noch lange nicht in Sicht. Unglaublich was der Fisch für eine Power hat, mir tat schon alles weh und meine Hand spürte ich kaum noch. Irgendwann war auch der Fisch müde und er kam langsam aus der Tiefe rauf und auf einmal ging es auch ganz schnell - er lag im Kescher. Doch ein Karpfen -YEESS!!!

 

(Wieder einmal auf die Paster Rute, der gute Paster ist ja zurzeit in aller Munde...)

 

Im Kescher angeleuchtet sah ich direkt, was das für ein breites Kraftpaket war. Total fertig aber überglücklich ging es mit jedem weiteren Paddelschlag zurück Richtung Ufer. An Land wurde erstmal der Fisch versorgt und alles für das morgendliche Fotoshooting vorbereitet.

 

Die Erfolgsrute wurde natürlich schnell neu gelegt und anschließend ging es wieder in die Koje. Die restliche Nacht passierte nichts mehr. Am Morgen bei strahlend blauen Himmel wurden ein paar schöne Fotos gemacht und danach durfte er wider zurück.

 

(Extrem kampfstarker Ungarn-Bulle mit über 20kg...)

 

Mir blieben noch zwei Tage, an denen ich noch ein paar kleinere Karpfen fangen konnte. Es waren wieder einmal ein paar wunderschöne Tage in Ungarn bei herrlichem T-Shirt Wetter am Tag, gepaart mit sehr kampfstarken Fischen und einem richtigen Brocken.

 

(Frohes Fest und einen „Guden Rutsch“...)

 

 

Bis bald...

 

 

Patrick

 

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