Frankreich mal anders (von Peter Kölble)

(Holz und Kraut wohin man auch schaut, die Herausforderung hier Fische zu fangen macht den Reiz aus.)

 

 

Die letzten Sommertage neigen sich dem Ende zu. Nach einer spontanen Session in Deutschland, in der ich fast den gesamten Bestand an Großfischen fangen konnte, hieß es für mich auf und davon, das Neue entdecken, neue Leute und Gewässer kennen lernen. Ich hatte mich mit David zum Flusskarpfenangeln in Frankreich verabredet. David ein Flussfischer mit Leib und Seele begrüßte mich herzlich und wir waren uns sofort sympathisch.

 

Wild gestikulierend mit Händen und Füßen standen wir auch schon kurze Zeit später am Fluss. David wollte mich nach 3 Nächten abholen kommen, um zusammen einen anderen Flussabschnitt unsicher zu machen. Die sprachliche Barriere brachte uns nicht nur einmal zu minutenlangen Lachkrämpfen. Da ich ein Newcomer in Sachen Flussfischen bin, erklärte er mir in aller Ruhe, was ich zu tun hatte und auf was zu achten ist.

 

 

(Dicke Schlagschnur, dickes Vorfach und harte Hookbaits genau das richtige Material für diese Art der Angelei.)

 

Holz und Kraut im Überfluss bestückt mit Millionen von Muscheln und kleinen Schnecken säumen die Ufer des Flusses. David hatte mir im Vorfeld wertvolle Tipps zukommen lassen, auf was ich zu achten habe und welches Tackle überhaupt geeignet ist. Die ersten zwei Tage vergingen wie im Flug, Sonnenuntergänge wie im Bilderbuch gemalt versüßten mir die milden Abende.

 

(Sonnenuntergänge wie aus dem Bilderbuch)

 

David besuchte mich täglich, es war als würden wir uns schon ewig kennen. Am nächsten Morgen um 6 Uhr wollte er kommen und mich abholen. Die letzte Nacht an diesem Spot, ich war mir sicher: Heute Nacht muss einfach einer ab rennen. Das Futter bestehend aus Green Granda-, Dickenmittel- und Fisch-Buttersäure-Boilies, aufgepeppt wurde die Mischung mit Green Granada Groundbait.

 

(Eine gute Mischung an hochwertigem Futter ist auch hier nicht selten der Schlüssel zum Erfolg.)

 

5 Uhr, der grässliche Ton des Weckers riss mich aus dem Schlaf. Ein wenig enttäuscht blickte ich mit kleinen Augen dem langsam heller werdenden Horizont entgegen. Wieder kein Karpfen. Bevor ich jedoch anfangen konnte über mögliche Ursachen zu grübeln, ließ mich ein einzelner Piep aufschrecken. Der Swinger klebte förmlich am Blank, hatte ich die Bremse doch vollkommen geschlossen, um den Fischen erst gar nicht die Möglichkeit zu geben, sich bei einem Biss im Holz zu verschanzen.

 

Schnell war die Rute losgebunden und das Pumpen begann. Nach einigen gewonnenen Metern steckte der Fisch in einem riesigen Krautfeld fest. Ich pumpte mich mit dem Boot direkt über ihn und drillte auf Biegen und Brechen mit der Schnur um die Hand gewickelt den Fisch aus. Als ich den Fisch sicher auf der Habenseite hatte, überkam mich ein Freudenschrei, welcher sich seinen Weg Flussabwärts den Kurven des Flusses folgend ausbreitete.

 

 

(Ein Traum von einem Flussschuppenmonster, die Drills sind knallhart und ohne viel Spiel bei den unzähligen Hindernissen unter Wasser.)

 

David stand wie vereinbart um Punkt 6 Uhr neben mir, nach einem kurzen Shooting machten wir uns schnell auf den Weg zum neuen Spot. Ich fischte sozusagen auf einem Autofriedhof, vor mir im Wasser befand sich ein 4x4 Land Rover, 50 Meter Flussabwärts zwei weitere Autos und ein versunkenes Boot. Der Fluss strömte hier mit all seiner Kraft und die Wassertemperatur war deutlich kälter als einige Kilometer Flussaufwärts.

 

Nach zwei Stunden bekam ich einen brachialen Biss, welcher mir die Rute von den Banksticks riss. Die Sicherungsleine an den Ruten, stoppte den davon rasenden Fisch, ich konnte mit dem Drillen beginnen. Kein Millimeter durfte der Fisch Schnur bekommen. Das Material hält und kurze Zeit später schöpft David den zweiten Karpfen des Tages ab. Ein wahres Flussoriginal, ein Fisch welcher kein Unbekannter für David war.

 

 

(Lichtcheck vor dem nächsten Shooting)

 

(David kannte dieses Flussoriginal, ich war begeistert und überglücklich, manchmal geht alles so schnell.)

 

Am Abend wurde das Erlebte gefeiert und ich wurde nach Strich und Faden verwöhnt, mit französischem Wein, mega leckerem Essen und dem ein oder anderen Aperitif. Die Stimmung war ausgefallen und fröhlich.

 

(Der Meisterkoch zauberte Entenbrust in Honigsoße... Ich habe zuvor selten etwas so leckeres gegessen.)

 

(Ich war angekommen und konnte den Trip mit all seinem Facettenreichtum genießen.)

 

Die Temperaturen stiegen, sowie das Wasser. Täglich hatten wir mehrere Schwankungen von bis zu einem Meter, welche den Karpfen wohl gehörig auf den Magen schlugen. Kleinste Futtermenge von zwei Händen Boilies und extrem attraktive Hookbaits benetzt mit Freshwater- und Green Granada Incubator sollten den ein oder anderen Fisch doch noch zum Fressen animieren. Vorerst fanden jedoch Barben in Hülle und Fülle den Weg in unsere Maschen.

 

(Die nächste Barbe, Anton sieht man es an, er kann sie so langsam auch nicht mehr sehen.)

 

(Wenig Futter, dafür aber gezielt und Punktgenau eingesetzt, brachte auch bei diesem Trip den Erfolg.)

 

David verließ mich und Yohan übernahm seinen Platz. Auch mit ihm verbrachte ich schöne Stunden und die Gespräche bis tief in die Nacht erweiterten meinen anglerischen Horizont enorm. Ich lernte eine Menge über die Flussfischerei und konnte sogar noch einen Babykarpfen verhaften, welcher dann aber auch für die letzten 24 Stunden die letzte Aktion geblieben war. Eines ist jedoch Sicher, ich habe Blut geleckt und werde mit den Jungs die nächste Session planen, um meinen Traum einer Fluss Big Mama, wie David immer so schön sagt, zu verwirklichen. In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen goldenen Herbst mit jeder Menge BIG MAMAS.

 

Viele Grüße, Euer Peter

 

 

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