Ach da fängst du eh nix... (von Mavin Schaak)

( Mit großen Frachtkähnen ist hier am Main Tag und Nacht zu rechnen, und machen uns die Anglei nicht gerade leichter)


Endlich das erlösende Wort „Feierabend“. Zu Hause angekommen schnell unter die Dusche und ab an den Main. Das Auto war schon den Vorabend gepackt, denn ich wollte keine Zeit verschwenden.  Am Main angekommen habe ich direkt mein Lager aufgebaut und die Ruten scharf gelegt. Noch ein paar Kellen Futter hinterher und dann hieß es für mich entspannen.

 

( Schnell sind die Ruten scharf gemacht und ich kann mich dem gemütlichen Teil des angelns nach einem harten Arbeitstag widmen)


Mein Angelkollege Benni hatte dies noch vor sich, er musste nämlich länger arbeiten und würde nachkommen. Doch am Main kann man wohl nicht wirklich entspannen unzählige Fußgänger passieren den Angelplatz und verwickeln einen ins Gespräch, nicht immer ist das Gespräch ermutigend, denn bei vielen die scheinbar selbst angeln, fällt der Satz „Ach da fängst du eh nix“. Es machte mich schon ein wenig nachdenklich, denn ich hatte mit Benni viele Sessions mit einem Blank hinter mir. Doch wollten wir uns bzw. den Main nicht aufgeben, wir wollten uns durchbeißen. Klar sagten wir uns oft komm lassen wir es sein und gehen wieder an unser Hausgewässer, doch das kann jeder!

 

( Am Ball bleiben war angesagt, hatten wir doch von solchen Flussunikaten geträumt)


Mitten in meinen Gedanken wurde ich von meinen Bissanzeiger gestört, ein Vollrun. Mein Puls schoss gleich auf 180, denn es war mein erster Run am Main. Es war einfach ein Hammererlebnis, was eine Kraft in den Flossen eines Flusskarpfens steckt. Nach einem harten Drill konnte ich meinen ersten Mainkarpfen abkeschern, und es war gleich ein richtiges Brett. Voller Freude verkniff ich mir aber doch meinen Freudenschrei, denn ich wollte nicht die Aufmerksamkeit der ganzen Spaziergänger auf mich ziehen.

 

( Ruhe bewahren, nicht einmal Papa-Schwan lies sich durch das eben Erlebte aus der Fassung brigen, gekonnt spielte er mit)


Also atmete ich tief durch und rief Benni an, um Ihn von meinem Fang zu berichten. Er war schon auf dem Weg zu mir, so dass ich auf Ihn wartete, um das Wiegen mit der anschließenden Fotosession mit Ihm  teilen zu können. Dann der spannende Moment vor der Waage, die Nadel blieb auf 22 Kg stehen, einfach ein unglaublicher Moment. Es war für unser angeln ein Meilenstein, auch irgendwo Bestätigung für unser Festhalten am Mainangeln.

 

( Der Lohn für all die Mühen und Strapazen der vorhergegannen Sessions)


( Erster Fisch und gleich so ein Kugelspiegler wie ich sie liebe)

 

Nun hatte auch Benni die Möglichkeit sein Lager aufzubauen, während ich erst mal wieder runterkommen konnte. Es erschien wie ein Traum, doch es war Gott sei Dank die Realität. Zisch Wochen haben wir unseren Spot unter Futter gehalten, unzählige Male den Main ohne Fisch zurück gelassen und jetzt endlich die Belohnung. Um die Kosten nicht ins unüberschaubare zu treiben, wurde hauptsächlich Mais gefüttert bis auf die Woche vor unserem Ansitzen, da kamen dann einige Fisch-Buttersäure-Boilies und Dickenmittel-Boilies hinzu. 

 

( Dickenmittel-Boiles gemischt mit Fisch-Buttersäure-Boilies, das Schmankerl auf dem Futterplatz gut verstaut in der Power Box)


Als Hakenköder verwendeten wir nämlich auch die Dickenmittel Bollen, doch nur diese zu Füttern wäre auf lange Zeit  Finanziell nicht stemm bar, deshalb dienen sie beim Füttern als Schmankerl. Jetzt war auch Benni richtig angekommen, seine Ruten waren jetzt auch scharf.

 

( Gemeinsam das Erlebte verarbeiten, geteilte Freude ist doch immernoch die schönste Ferunde)


Wir saßen jetzt das erste Mal zusammen und konnten einen Fisch auf unserer Habenseite verbuchen. Wir schauten uns noch einmal den gemeinsamen Erfolg auf der Kamera an, ich betone noch mal GEMEINSAMEN ERFOLG, denn haben wir beide dafür viel Zeit investiert. Während wir uns die Bilder anschauten, lief wieder die Rute ab. Es war wieder meine Rute, direkt nach dem Anhieb merkte ich am Schnurende einen dominanten Gegner. Immer wieder nahm er Schnur von der Rolle, erst nach einer gefühlten Ewigkeit hatten wir auch diesen Kameraden im Kescher. Der gemeinsame Blick in den Kescher haute uns beide um, es schien ein noch größerer zu sein. Beim herausheben des Keschers war ich mir sicher, er ist schwerer als der Spieglerkollege zuvor.

 

Den urigen Schuppi schonend auf der Matte abgelegt und in die Wiegeschlinge verpackt, bevor es dann wieder zum spannenden Moment des Wiegens überging. 26 Kg einfach unglaublich. 

 

( Mein neuer PB und aus dem Main, mir erschien alles wie ein Traum, doch es war Realität)


Monate lang keinen Fisch gesehen und dann gleich so. Neuer Personal Best für mich und das auch noch am Main, Wahnsinn. Nach dem schonenden Releasen versuchten wir gemeinsam zur Ruhe zu kommen, was aber nicht wirklich gelingen mochte. Immer wieder fiel das Wort 52 Pfund und ließ die Freude zurückkommen.

 

( Das Erlebte hielt uns bis spät in die Nacht wach)


Bis spät in die Nacht saßen wir zusammen.

 

Auf meiner Liege liegend blickte ich auf das Wasser und versuchte in die schlafenden Träume zu gelangen, doch dann wie es kommen musste Vollrun. Nun war Benni an der Reihe, leider stieg der Fisch nach kurzem Drill aus, was uns aber nicht ernüchtern konnte. Zurück im Schlafsack gelang es mir nun auch ein wenig Schlaf zu bekommen. Doch dies sollte nicht lange anhalten, schon wieder lief eine Rute ab. Es war erneut meine ganz rechte Rute. Wieder spürte ich einen starken Wiederstand, doch es gelang mir auch diesmal den Fisch zu landen. Es war wieder ein Schuppi, er brachte die Nadel der Wage auch auf stolze 15 Kg.

 

( Wir waren endlich angekommen. Ein Flussoriginal wessen Schuppenbild sein ganz eigenen Geschichten erzählen könnte)


Spätestens nach diesem Fisch war uns klar, wir haben alles richtig gemacht. Es sollte der letzte Fisch dieses Trips gewesen sein, doch konnte Benni und ich auf dem darauf folgenden Wochenende wieder zuschlagen und trafen dabei sogar einen alten Bekannten.

 

( Zum Wiederholungstäter wurde der markante Dickenmittelliebhaber bereits eine Woche später)


Der 15 Kg Schuppi konnte den Naturebaits Boilies erneut nicht wiederstehen und brachte Benni auch seinen ersten Main Karpfen.

 

( Unser Platz war angenommen und auch Benni verhaftete seinen ersten Mainspiegler)


Des Weiteren fing Benni einen 12 Kg Spiegler und einen kleinen Spiegler von 7,5 Kg. Ich konnte auch noch einmal zuschlagen und fing einen 13,5 Kg Schupper.

 

( Große Paddel bringen Schwung in den Drill und verlangen einem alles ab)


Unser Fazit aus unserem Angeln, lasst euch nicht von eurem Vorhaben abhalten, haltet durch wenn es auch einmal nicht so läuft, es wird belohnt. Noch ein kleiner Tipp von uns, minimiert euer Tackel auf das was man wirklich braucht, sucht euch Angelplätze wo Ihr überzeugt seid und nicht weit zu Schleppen habt, denn so habt Ihr auch nach der Arbeit die Möglichkeit ein paar Stunden am Main zu verbringen. Und nicht vergessen Futter bei die Fische. ;-)

 

( Keep it simple. Weniger ist oft mehr und lässt uns mobil bleiben)


Und wie sagen wir immer so gerne: Naturbaits und Dickenmittel kann was“.

 

Grüße

Mavin Schaack und Benjamin Asbach

 

 

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