Von Magie, Watercraft und einer tiefen Verbundenheit ( von Peter Kölble)

(Auf manchen Fischen steht einfach ein Name...)

 

Es ist eines dieser Gewässer welche mich immer wieder magisch anziehen. Die Rede ist von einem Baggersee welcher weder durch seine Fauna und Flora, noch durch seine Lage besticht. Die Ruhe und Idylle sucht man hier vergebens, doch er besticht durch seine außergewöhnlichen Bewohner, welche mich immer wieder aufs Neue zum Staunen bringen.

 

Es war Liebe auf den ersten Blick. Eine Art von innerer Verbundenheit zu diesem See, lässt mich jedes Jahr ein paar Tage dort verbringen. Es sind kurze Sessions von 2-3 Nächten, da ich über 300km Anfahrtsweg auf mich nehmen muss, doch die Bewohner lassen sich nicht lumpen und so kann ich voller Stolz in mein Fangbuch blicken. Ich habe den Schlüssen des Erfolgs für mich entdeckt. Im Schnitt fange ich dort alle 15-16 Stunden einen 40er, dazu gesellen sich stets weitere wunderschöne Karpfen.

 

Begonnen hatte alles vor 2 Jahren. Daniel nahm mich mit an eines seiner Hausgewässer. Dankend und mit Respekt stand ich an seinen Ufern, hatte ich doch den ein oder anderen Fisch bereits auf Bildern sehen können. Er erklärte mir ein wenig die Gegebenheiten und dann lag es an mir. Anders als all die anderen wollte ich angeln, herrscht an diesem Gewässer doch ein starker Angeldruck.

 

(Mein Idyll ist recht unscheinbar, erst seine Bewohner offenbaren seine wahre Schönheit.)

 

Keine Stelle wird länger als zwei Tage befischt, hochwertiges Futter in verschiedenen Größen und Snagline fischen, das waren meine ersten Gedanken nachdem ich dem ein oder anderen Angler über die Schulter geschaut hatte. Bis heute halte ich daran fest, wobei ich meine Futtermenge deutlich erhöht habe. Meine Spots werfe ich an, das ist zwar anstrengender und langwieriger doch der Erfolg gibt mir Recht.

Wie in den meisten Gewässern sind auch hier die Karpfen sehr neugierig und so wundert es mich nicht das ich oftmals nur kurze Zeit nach dem füttern die ersten Bisse verbuchen kann. Gefischt wird stets irgendwo im nirgendwo, fernab der bekannten und stark fragmentierten Stellen.

 

2014


 Sommer, Sonne, doch kalt wie die Sau war es diesen August als ich zurückkehren wollte. Ich packte meine sieben Sachen und machte mich auf. Bis Dato hatte ich bereits schöne Fische fangen können und es sollte eine Art Warm Up für den darauffolgenden Frankreichtrip werden. So ziemlich die Hälfte an Tackle wurde im heimischen Keller vergessen, doch schlimm war es in keinster Weise, hatte ich doch meine zwei Kescher, Ruten und Rollen und genügend Futter mit. Erfolgslose Geschichten der anderen stimmten mich neugierig und ich beschloss es besser machen zu wollen.

 

Nach einer ruhigen ersten Nacht kamen erste Gedanken in mir auf, doch bevor ich diese zu Ende spinnen konnte begannen die Spiele. Ich sollte in den nächsten Stunden aus dem Drillen, Füttern und Fotografieren nicht mehr herauskommen.

 

(Kaum war Green Granada im Wasser, sollten die Spiele beginnen.)

 

(Die Bucht schien es während der kalten Augusttage in sich zu haben. Zeitweise kam Biss auf Biss.)

 

(Es sollte nicht lange dauern bis auch das erste Schwergewicht ins Netz ging.)

 

(Und es sollte nicht das einzige bleiben...)

 

Ich schien zu träumen doch die brennenden Arme holten mich schnell zurück in die Realität. Was das denn murmelte ich vor mich hin, baaaaaaahhh da ist er der große Zeiler, bloß keinen Fehler machen. Geschafft und überglücklich bereitete ich alles vor. Als ich den Kescher zusammenrollen wollte um den Zeiler in sein gemachtes Bett zu legen glitt dieser in Zeitlupe aus dem Kescher in Richtung Heimat. Neeeeeeiiiinnnn ein Schrei durchbrach die Dunkelheit, Kopfsprung, den Burschen gepackt und irgendwie auf die Matte gebracht. Das Glück hatte ich die Tage wohl gebucht.

 

(Weightless Hookbaits sind mein ständiger Begleiter! Auf sie ist immer Verlass...)

 

(Anders als die Anderen: Ich fütterte nicht mit der Kelle, sondern mit der Rakete.)

 

(Wooosh: Mit der Futterrakete kann ich dort füttern, wo niemand hinkommt.)

 

(Der See beherbergt echte Unikate.)

 

Am nächsten Mittag folgte ein ähnliches Szenario. Biss, Drill, Schlagschnur cut... noch bevor die Rute wieder im Wasser lag das selbe Spiel bei der anderen Rute, ich kochte förmlich vor Wut. Die Ruten lagen keine 10 Minuten und schon bekam ich den nächsten Biss. Kraftvoll zog der Fisch seine Bahnen bis er im Uferholz einiger umgestürzter Bäume Schutz fand. Brille auf, Flossen an und mit dem Kescher abschöpfen war der Plan. Es gelang mich auch doch auf halben Wege zurück hörte ich meine zweite Rute um Hilfe schreien.

 

Die anderen Angler am See hatten Position mit ihren Ferngläsern bezogen. Muss schon komisch ausgesehen habe wie ich da mit Flossen und Brille zu meiner Rute stolperte und drillte. Auch diesen Fisch konnte ich sicher landen.

 

Die Spielchen wurden immer heftiger und so stand ich nun regelmäßig mit zwei Dickfischen im Doppeldrill bis zum Bauchnabel im Wasser und versuchte oftmals ein wenig fluchend mein Bestes. Resume der gesamten Session waren knapp 50 Karpfen wovon 13 Stück die 40 Pfund knackten. Ich war müde und fühlte mich urlaubsreif.

 

(Vollbeschuppte Spiegler sind hier keine Seltenheit. Auch dieser konnte den Green Granadas nicht widerstehen.)

 

(Drillen, Wiegen, Fotos machen, Füttern - das war mein Rythmus.)

 

(In wenigen Tagen fing ich über 50 Fische.)

 

Für die letzte Nacht beschloss Steffen mit mir zu fischen, ich überließ ihm meine Ruten und Plätze und auch er fing noch den ein oder anderen Traumfisch. An diesem Abend brach er sogar noch seinen Graser PB.

 

Wir stießen auf unsere Fänge an und genossen den Rest des Abends. Manchmal ist gerade das anders sein, anders handeln der Schlüssel zum Erfolg, vertraut auf euch und euer Können, denn ernten kann man überall, und dabei geht es nicht um die Größe der Fische, denn schließlich kann man nur das fangen was auch in einem Gewässer schwimmt.

 

Viele Grüße Peter

 

 

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