Regen, Wind und fette Beute (von Andreas Heinz)

 

(Die Übergangszeit zwischen Sommer und Herbst ist nicht einfach. Hier ein ausgemergelter Spiegler aus dem September 2013.)

 

„So what?“ fragte mein neuer Arbeitskollege und schaute ganz ungläubig aus der Wäsche, als ich im vorschwärmte wie sehr ich mich nach dem bevorstehenden Herbst sehne, nach Regenschauern, grollendem Wind und schlaflosen Nächten. Er versteht es nicht, muss er auch nicht! Der Angler an sich bevorzugt im Herbst nun mal das größte Dreckswetter. Warum? Weil‘s da besonders gut beißt. Jüngst war ich mal wieder während des Altweibersommers on Tour, hier und da biss mal ein Fisch, aber so richtig wollten die Karpfen noch nicht.

 

(Bei sonnigem Wetter tut sich häufig nichts...)

 

(... dann bleibt Zeit die Natur zu beobachten und den Artenreichtum der Gewässer zu erkunden)

 

Der späte Sommer kann eine grandiose Zeit sein, aber jeder von uns weiß, dass man da auch mal ganz schnell ins „A…loch“ guckt. Zu dieser Übergangszeit, speziell während Hochdruckwetterlagen mit Sonnenschein, verwende ich meist noch auffällige Köder (z. B. Schneemänner) und wenig Beifutter. Ich wende im Grunde also genau die gleiche Taktik an wie im Sommer. Nur dann, wenn sich mal eine Schlechtwetterfront auftut und die Zahl der Bisse zunimmt, füttere ich mehr.

 

(Merke ich anhand vermehrter Bisse dass die Fische aktiv sind, füttere ich mehr. Hier verteilte ich während einer aufziehenden Schlechtwetterfront rund vier Kilo Pro Nature GLM Boilies großflächig im Niemandsland. Resultat: der oben abgebildete Geselle und noch ein paar kleinere Artgenossen!)

 

Mit sinkenden Wassertemperaturen bin ich stets flexibel bei der Auswahl des Futters. Je nach Wassertemperatur, Fischbestand etc. agiere ich sehr unterschiedlich. Oft versuche ich mehrere Strategien zugleich, füttere z. B.  große, harte Boilies und suche mir dann eine Ecke des Futterplatzes aus die ich zusätzlich mit Groundbait oder Teig präpariere. Darüber fische ich dann mit einem auffälligen Köder. Gerne nehme ich dann auch Bisse von Weißfischen in Kauf, allerdings nur solange diese nicht allzu häufig erfolgen. Die zweite Rute lege ich oft am Rand des Futterfeldes ab. Köder ist dann meist ein einzelner, visuell nicht ganz so auffälliger Bodenköder.

 

(Gerne nehme ich im Spätsommer Bisse von Weißfischen in Kauf, aber nur solange Brasse & Co. nicht zu häufig am Haken hängen.)

 

(Herrscht zu viel Unruhe auf dem Platz, ändere ich meine Strategie und beködere beide Ruten mit unauffälligeren Bodenködern.)

 

(Diese beiden Perlen aus dem Altweibersommer 2013 saugten eine Dickenmittel Pop Up - Tigernuss Kombination ein, dazwischen fing ich hier und da mal eine Brasse auf die grellen Köder.)

 

(Perle No. 2)

 

Irgendwann im Herbst kommt der Zeitpunkt, an dem große Futtermengen alle anderen Strategien ausstechen. Der Zeitpunkt kann nicht mit einem konkreten Datum, einer Kalenderwoche oder einem Monat beziffert werden, und „Tag X“ wird auch von Gewässer zu Gewässer variieren. Für mich sind kühle Nächte und stetig sinkende Wassertemperaturen der beste Indikator dafür, dass es bald losgeht. Das Wasser dampft morgens oder nach Regenfällen. Wind ist ebenfalls ein wichtiger Faktor, denn der bringt Sauerstoff in das Wasser, und je kühler das Wasser, desto mehr Sauerstoff kann sich darin anreichern. Der erhöhte Sauerstoffgehalt sorgt für eine wesentlich bessere Verdauung bei den Karpfen, sie sind vital und suchen wie verrückt nach Nahrung.

 

(Irgendwann im Herbst kommt der Zeitpunkt, an dem große Futtermengen  alle anderen Strategien ausstechen. Dann befördere ich schon mal mehrere Kilo hochwertiger Boilies in Verbindung mit großen Teigklumpen in das Wasser, wenn möglich mehrmals pro Woche.)

 

In der vorvergangenen Woche hatte ich ein paar Tage Zeit und fischte an einem kleinen Baggersee mit einer durchschnittlichen Tiefe von fünf Metern. Für die Tage meiner Anwesenheit war wechselhaftes Wetter mit viel Regen angekündigt. Es roch förmlich nach Fisch. Ich hatte zwei Mal mit je rund vier Kilo Pro Nature GLM Boilies vorgefüttert. Noch beim Aufbauen meines Schirms erfolgte der erste  Biss. Die Fische drehten an der Oberfläche und tauchten sogleich zum Gewässergrund um zu gründeln. Klar, jetzt war es an der Zeit die Futterkelle vollzuladen und auch während des Fischens ordentlich zu füttern. Ich konnte im Verlauf der Session insgesamt 10 Fische fangen. Den Karpfen war anzusehen, dass sie bereits damit begonnen haben sich ihren Winterspeck anfressen.  An vielen Gewässern geht die Erntezeit jetzt so richtig los und regelmäßiges Füttern größerer Mengen hochwertiger Boilies in Verbindung mit großen Teigklumpen kann zu besonders guten Fangergebnissen führen!

 

( So lieben wir den Herbst. Kaum sind die Ruten im Wasser da beißt auch schon was.)

 

(Manchen schmeckt's besonders gut)

 

(Der 21,8 kg  schwere Spiegler nahm den 20mm Pro Nature GLM Boilie am Rand eines breit angelegten Futterplatzes.)

 

(Der vorletzte Fisch meiner Session, 21 kg schwer und wie man sieht schon herbstlich wohl genährt.)

 

Bleibt locker wenn es mal nicht läuft!

 

Bis bald, Euer Andi

 

 

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