Mein Jahr 2011

(von Maik Distelkämper)

(Der Twente Kanal in Hengelo)

 

Ich wollte allen Naturebaits Kunden erstmal ein Frohes Neues Jahr und ein erfolgreiches Angeljahr 2012 wünschen!

Mein Jahr 2011 war auf jeden Fall sehr zufrieden stellend mit meinem neuen Personal Best Fisch, aber dazu später mehr.

Das Jahr 2011 fing schon sehr früh an und zwar mit meinen beiden Kumpels Mario und Matze. Wir waren Aufgrund des bis dahin sehr milden Winters schon am zweiten Wochenende im Januar am Twente Kanal in Hengelo. Ja genau der legendäre Twente Kanal über den man schon so viele Dinge gehört hat. Und das gute ist er liegt fast vor unserer Haustür, ca. 20 Minuten Autofahrt bis zum frühen Glück, so die Theorie. Gefangen haben wir bei den ersten Sessions leider nichts. Aber man hat die Möglichkeit schon früh im Jahr einen Fisch dort zu fangen, da die Wassertemperatur immer noch 2 Grad wärmer ist als bei uns im Kanal. Nichts desto trotz konnten wir ein paar Fische am Twente fangen. Es sind zwar meist keine großen Fische aber wer Holland kennt weiß das es dort kampfstarke Schuppis und schön beschuppte Spiegler gibt.

 

(Mein Kumpel Mario mit einem kampfstarken Schuppi aus dem Twente)

 

Später im Jahr versuchte ich mein Glück wieder bei uns am Heimischen Dortmund-Ems-Kanal. Ich suchte mir in einem neuen Kanalabschnitt eine passende Stelle und fing direkt nach der Laichzeit mit dem Füttern an, dazu dienten mir die immer guten Fresh-Water Murmeln die ich in zwei verschiedenen Größen benutzte, 20mm und 24mm sind die Größen auf die ich vertraue und die sich schon seit Jahren bei mir bewährt haben.

Bevor ich mich das erste Mal auf meinen gefütterten Platz setzte vergehen eigentlich wenigsten vier Wochen. So können sich die Fische an die Köder gewöhnen und in Ruhe fressen bevor ich das erste mal Unruhe ins Wasser bringe.

 

(Ein weiterer Dreißiger aus dem legendären Twente)

 

Die erste Session war gleich super ich konnte drei Fische innerhalb von 12 Stunden fangen. Zwei kleinere Exemplare, ein Schuppi von 8 kg und ein Spiegler von 11 kg, die ich beide in der Nacht fing und gleich nach dem Wiegen wieder in ihr nasses Element entließ. Noch wusste ich nicht dass der folgende Morgen eine gewichtige Überraschung bereithielt. Es war wohl so ca. acht Uhr morgens, ich schlummerte noch schön auf meiner Liege als meine Linke Rute plötzlich von der einen auf die andere Sekunde voll abhupte. Nach einem echt kräftigen Drill der ca. 20 Minuten dauerte fing ich noch einen makellosen Spiegler von 23 kg. Ich freute mich riesig!

 

(Der 23 Kilo Brocken aus dem Kanal)

 

Den Rest des Sommers fischte ich nicht mehr da es in meiner Familie einen Todesfall gegeben hatte. So war mein Interesse am Angeln oder an irgendetwas was damit zu tun hatte eher gering.

Im September fing ich dann an mal hier und da eine Nacht am Wasser zu verbringen. Allerdings mit sehr wenig Elan und ohne große Vorbereitung, also ohne Wochenlanges füttern und was eben so dazu gehört. Ich fütterte höchsten zwei Mal vor dem Fischen an und dementsprechend waren die Ergebnisse auch ehr bescheiden. Ich fing nur ganz vereinzelnd Fische.

Doch Anfang Oktober wendete sich dann auf einmal das Blatt, ich hatte schon seit ein paar Ansitzen keinen Fisch mehr gefangen und meinem Kumpel Denis ging es genau so. Also verabredeten wir uns zu einem gemeinsamen Angeln auf seiner Stelle. Es sollte eigentlich ein Angeln für die Geselligkeit sein. Ich musste mich von meiner Frau zum Fischen bringen lassen da sie das Auto brauchte. Deswegen war ich bereits zur eigentlich unproduktivsten Zeit überhaupt am Kanal um halb 12 Uhr mittags. Ich baute dann ganz entspannt meine Ruten auf und genoss die Sonne. Eine halbe Stunde nach dem ich meine Ruten ausgelegt hatte piepte die Rute die in 20 Meter Entfernung stand zwei mal. Ich dachte mir nicht soviel dabei da auch gerade ein Schiff vorbeigefahren war. Ich nahm trotzdem zur Sicherheit den Kescher mit

 

(Mein neuer PB - ich freute mich riesig! Aber wann werde ich das wieder in einem Fluss toppen?)

 

Als meine Rute dann in Sichtweite kam, war sie schon krumm wie ein Flitzebogen. Ich dachte nur: Cool! Nach einem leider sehr unspektakulären Drill von ca. 10 Minuten fing ich einen der wahrscheinlich größten Fisch aus dem Kanal. Ein Monster Spiegelkarpfen der nur sehr knapp unter der 30 kg Marke lag.

 

(Ganz schön knapp unter der 30 Kilo Marke - einer wenn nicht der größte Fisch aus dem Kanal, aber man weiß ja nie das ist das schöne am Flussfischen)

 

Etwas schade eigentlich aber vielleicht knackt der Fisch diese magische Grenze dann im nächsten Jahr! Allerdings ist es doch immer so, man träumt immer von den paar Gramm mehr. Der Fisch ist mit 29,8 Kilo ein echter Gigant, besonders was die Umstände des Gewässers angeht. Kein fettgefütterter Seefisch – nein ein echter Flussnomade der heute hier und morgen schon wieder 40 Kilometer weiter sein kann. Das macht die Fischerei am Kanal für mich so besonders.

P.S. Gefangen habe ich alle Fische 2011 mit Fresh Water Bolies in Verwendung mit dem Fresh Water Incubator. Es funktioniert einfach…

 

Jan Brauns:

"Maik, dieser Ausnahmefang wirft noch ein paar Fragen in die Runde die nicht nur mich sondern sicher auch unsere Leser interessieren. Mich interessieren ja Fische aus Fließgewässern besonders, da sie zum einen schwer zu fangen und zum anderen nicht einfach nur fett gemästet sind und aussehen wie Wasserschnitzel aus dem Discounter. Gerade zur Zeit bekommt man ja solche Fische gerne gezeigt da man sie sich für ein paar Scheine billig in einem See in Ungarn "kaufen" kann. Wir hier beleuchten aber lieber das was wirklich zählt und daher noch ein paar Fragen an dich:"

 

Jan: "Wie viel fütterst du pro Tag an wenn du so lange vor fütterst? Nur Boilies oder auch Pellets oder Partikel?"

Maik: "Wenn ich eine lange Futteraktion plane fange ich immer erst mit Partikeln an zu füttern, meist mit einem Partikelmix aus Mais, Weizen und Tigernüssen."


Jan: "Fütterst du immer um dieselbe Uhrzeit an oder auch zu unterschiedlichen Uhrzeiten? Welche Zeiten und Abstände wählst du?"

Maik: "Die erste Woche füttere ich alle zwei Tage ca. acht Kilo Partikelmix, ab der der zweiten Woche füttere ich dann alle zwei Tage ca. ein Kilo Boilies und acht Kilo Partikelmix, ab der dritten Woche werden dann ca. 5 - 8 kg Bolies und 10 kg Partikelmix verteilt. Sollte sich die von Brassen einschleichen verzichte ich auf Partikel und füttere dann weiterhin alle zwei Tage mit Boilies an. Die Uhrzeiten beachte ich nicht ich füttere so wie ich Zeit habe."


Jan: "Welche Jahreszeit ist deiner Meinung nach die beste für den Kanal?"

Maik: "Meiner Meinung nach ist die Zeit nach der Laichzeit die beste im Kanal, wenn man direkt nach der Laichzeit mit der Futteraktion startet kann man sich die Fische über den Sommer lang anfüttern und fängt eigentlich sehr gut. Ich habe die meisten Fische immer in den warmen Monaten gefangen."

 

Jan: "Wie positionierst du die Montagen? Welche Entfernungen suchst du dir aus?"

Maik: "Ich sitze immer mittig von meinem Futterplatz und verteile meine Ruten nach links und rechts. Das heißt dass ich eine Rute auf einem Bankstick stehen habe und zwei auf dem Pod. Da ich ja wenigstens eine 100 Meter lange Strecke anfüttere liegt die linke Rute ca. 5-10 Meter vor dem Ende der Futterstrecke. (Ich finde es besser wenn die Fische die meine Kante abschwimmen immer zurerst auf Futter stoßen bevor der Hakenköder kommt). Mit der rechten Rute verfahre ich genauso und die mittlere Rute bleibt mittig liegen aber dafür etwas weiter Richtung Kanalmitte."


Jan: "Wie viel fütterst du nach wenn du einen gefangen hast?"

Maik: "Ich füttere meist nach einem gefangenen Fisch nicht viel nach, während des eigentlichen Angeln füttere ich generell nicht viel, da ich hoffe dass die Fische dann schneller den Hakenköder finden, das ist schließlich das Ziel während des Fischens."


Jan: "Welche Haken nimmst du, Vorfach und welche Hauptschnur mit oder ohne Schlagschnur?"

Maik: "Ich verwende eigentlich ausschließlich den Owner Cutting Point, als Vorfachschnur benutzte ich meist die Krystonite, weil das Material sehr widerstandsfähig und robust ist, ich verwende ausserdem immer wenigsten drei Rutenlängen 50iger Fluorocarbon als Schlagschnur. Auf die Hauptschnur lege ich nicht so viel wert, da ich die sowieso jedes Jahr tausche sie muss nur günstig sein."


Jan: "Was macht es für dich so spannend am Kanal/Fluss zu angeln?"

Maik: "Die Kanal und Flußangelei reizt mich halt sehr, weil man doch viele noch unbekannte Fische in einem Abschnitt zwischen den Schleußen hat und auch mal die Chance auf den totalen Aussnahme Fisch haben kann, seht euch die Fotos an!"


Jan: "Wie würdest du dich fühlen wenn du vor deinem fang im Kanal an einem Pay Lake gewesen wärst und mehre 30 Kilo Fische in wenigen Tagen gefangen hättest?"

Maik: "Mich würde jeder gefangene Fisch im Kanal mehr freuen als ein 30 Kilo Karpfen aus einem Paylake, ich bin nicht unbedingt ein Angler der auf abgetreten Weg läuft und sich mit Fischen brüstet die schon vor mir unzählige andere Leute gefangen haben. Ich bin ehr auf der Suche nach unbekannten Fischen das macht für mich der eigentliche Reitz am Karpfenangeln aus. Wenn man sich so einfach die Fischer "erkauft" nimmt man sich die Träume und das ist das Schlimmste was uns in unserem Uobby passieren kann. Ich kann nur allen Leuten mal den Tip geben sich den Kanal in ihrer Umgebung mal genauer anzusehen dort können wahre Schätze schwimmen, in diesem Sinne bleibt in Bewegung und ein erfolgreiches Angeljahr 2012."

 

Jan: "Maik, danke das du dir die Zeit genommen hast und auch das du bereit dazu warst uns von deinen Fängen zu berichten. Das ist ja heute nicht mehr selbstverständlich - was ich auch gut verstehen kann. Aber dann entsteht irgendwann der Eindruck das die Angelwelt nur noch aus Marktschreierei, Gewichten und Pay Lakes besteht. Doch so ist das glücklicherweise (noch) nicht..."

 

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