Freitag der 3' zehnte

 



Neun Tage Resturlaub aus 2011 standen mir noch zu gute, doch wann sollte ich diese nehmen…? Bis Fasnacht darf ich ihn leider nicht mitnehmen und über Weihnachten war ich sowieso zu Hause. Also entschied ich mich (mehr oder weniger gezwungenermaßen) den Urlaub Mitte Januar zu nehmen. Als ich ihn beantragt hatte konnte ich natürlich noch nicht erahnen, dass ich wohl einen super Zeitraum gewählt hatte, denn als mein Urlaub endlich los ging überraschte mich das Wetter mit milden Temperaturen und teils strahlendem Sonnensschein. So entschied ich mich noch ein paar Shortsession zu starten.

 

(Diesen Angblick muss man einfach genießen)


Ins Auge faste ich zwei kleine Waldseen welche glücklicherweise zu unseren Vereinsgewässern zählen, sie sind klein aber anspruchsvoll. Ich entschied mich jeden zweiten Tag mit etwas Mais und jeweils drei Hände Boilies vorzufüttern, das Futter habe ich weiträumig verteilt in der Hoffnung dass unsere Freunde den “Kreislauf“ in Bewegung bekommen und nach fressbarem suchen. Dieses Spiel wiederholte ich ein paar Tage bis ich dann endlich ans Wasser kam.

 

(Bei der Wahl des Futters hatte ich die richtige Hand, auch was die Dosierung der Menge angeht. Denn auch das beste Futter hilft nicht wenn davon zuviel im Wasser liegt.)


Ich entschied mich am Freitag den 13.01.2012 (Für viele ein Unglückstag, für mich das krasse Gegenteil) den kleineren von den beiden Seen zu befischen. Als dann um ca. 10.00 Uhr die Sonne durch kam und das Auto gepackt war, hielt mich nichts mehr, „ich musste ans Wasser“. Nach knapp fünf Minuten Fahrzeit konnte ich schon das Pod am Seeufer aufstellen. Schnell war auch schon die erste Rute montiert, ein 20mm Fresh Water Boilie aufgezogen und direkt unter einem überhängendem Busch platziert. Ich drehte mich um, wollte gerade die zweite Rute startklar machen, da kreischte mein Delkim wie ein Verrückter Los, mein erster Gedanke war „was für ein Teufelszeug“…

 

(Ein guter Spot - da reicht schon eine Rute)


Nach kurzem aber doch recht heftigen Drill konnte ich einen kleinen dicken Schuppi über meinen Kescher führen. Jetzt was machen, die Erfahrung an diesem kleinen Gewässer hat mir gezeigt dass nach dem ersten Biss leider kein weiterer mehr folgt.

 

(Die kleinen Schuppis waren trotz des kalten Wassers aktiv - eine willkommene Abwechslung!)

 

Nach kurzer Überlegungsphase war mir klar dass ich das Gewässer, welches ich noch auf dem Zettel hatte und das nur einen Katzensprung entfernt liegt, anfahren werde. Also alles aufgebaut ins Auto und schon war ich mit viel Elan am Ziel. Da wir unsere Vereinsgewässer alle mit dem Auto anfahren können und an diesem Gewässer die Fische unter enormen Angeldruck stehen entschied ich mich das Auto abseits stehen zu lassen und das fertig aufgebaute Pod mit den montierten Ruten still und unauffällig ans Wasser zu tragen. Ich legte die Montagen in Ufernähe ab und führte die Schnur am Ufer entlang im ca. 20cm tiefen Wasser zurück zum Pod. Somit konnte keiner der scheuen Fische mit der Schnur in Kontakt kommen und die Flucht ergreifen bevor er meine Falle „inhaliert“ hat.

 

(Bei diesen Vorbereitungen und Wetterbedingungen ist es nur die Frage der Zeit)

 

Schnell habe ich noch ein paar “Zauberkugeln“ um den Hakenköder verteilt und die Wassertemperatur gemessen (6 Grad) bevor ich mich wieder vom Ufer des Gewässers verzogen habe. Ich suchte mir ein sonniges Plätzchen im schattigen Wald um auf den ersehnten Biss zu warten, einfach herrlich wenn man bei diesen Temperaturen im “Winter“ die Zeit ohne Zelt und Heizung draußen verbringen kann.

 

(Das gute Wetter ließ Zeit für Bastelarbeiten)

 

Um ca. 16.00 Uhr holten mich ein paar kurze Piepser der Sounderbox aus den Träumen. Ich war wohl eingenickt und mein erster Gedanke war „Schnurschwimmer“, doch im selben Moment viel mir ein das dies ja fast nicht sein kann so wie ich meine Schnüre getarnt hatte. Schnell machte ich mich auf zum Pod und sah nur wie die Rutenspitze sich immer wieder leicht bewegt, jetzt was machen…. „Komm schon zieh ab“ dachte ich nur, aber nichts passierte…. Da noch ein paar kurze Schläge und ich nahm die Rute auf…. Juhuuu der sitzt, Fresh Water hat schon wieder zugeschlagen und ich merkte schon gleich das dies einer der Dicken sein muss. Nach geschätzten zehn minütigem Drillzeit traute ich meinen Augen nicht richtig, ich konnte einen makellosen Spiegelkarpfen mit 40+ auf der Habenseite verbuchen. Schnell in den Wiegesack und gespannt was die Waage anzeigt. Bei genau 22,75kg blieb die Waage stehen. Ein Freudeschrei dröhnte durch den Wald….

 

(Was für ein toll gezeichneter Winterkarpfen)

 

Gerade als ich die Spiegelreflex eingeschalten habe bekam ich besuch von meiner Freundin. Man könnte meinen sie hat meinen Schrei zuhause gehört und ist schnell herbei geeilt um Fotos zu machen :-)
Freitag der 3‘zehnte mein absoluter Glückstag und daher auch mein Spitzname „Bingodie13“, ich liebe dieses Zahl und das Datum ;-)



Ein dickes Dankeschön an dieser stelle an meine Freundin Martina für die tollen Bilder und an Jan Brauns für die Klasse Boilies und dass ich diese Zeilen für dich verfassen darf.
Ich wünsche Euch für 2012 nur die Dicken und hoffe euch hat mein “kleiner“ Bericht gefallen.

Gruß
Felix Bing

Kommentar Jan:
„Hey Felix, die Leser und ich haben zu danken dass du dich hingesetzt und was für uns geschrieben hast. Aber so geht’s, netter Bericht und gute Fotos!“

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