Aufatmen, durchladen, los


Ein Fettner hier, noch ein Dicker da… Wenn man sich die Fangmeldungen der letzten Wochen reinzieht fragt man sich doch „wo ist er bloß, der Winter?“ Und vielleicht fragt sich ja auch der eine oder andere gelegentlich  „wo ist er bloß, der Patrick?“
Hinter mir liegen zahlreiche Klausuren und Prüfungen. Oh man, wie oft saß ich in den vergangenen zwei Jahren vor meinen Gesetzbüchern und ärgerte mich mit irgendwelchen Tatbestandsmerkmalen herum. Wann ist ein Widerspruch statthaft? Und ist er auch begründet? Daneben die übliche 40 Stunden Woche, das war übel. Wie oft nahm ich, etwas neidisch natürlich, die Fangmeldungen meiner Freunde zur Kenntnis während ich mich durch den Paragrafendschungel wühlte. Ich bin wirklich froh dass das nun vorbei ist.

 

(links: Tschüss Paragrafendschungel, hallo Freizeit! rechts: Spuren einer erfolgreichen Nacht)


Anfang letzter Woche verbrachte ich mein erstes Wochenende ohne lästigen Prüfungsstress am Wasser. Ich hatte mir einen 3 Hektar „kleinen“, maximal 6 Meter tiefer Teich ausgesucht. Das Gewässer gilt als launisch und die Fische, insbesondere die Großen, reagieren hier sehr empfindlich auf Krach und Störungen. Laut GTM40+ lag die Wassertemperatur bei 3,6°C in Tiefen zwischen 2 und 4 Metern, und bei maximal 3,8°C in 4,7 Metern Wassertiefe.

 

(links: 3,6°C kaltes Wasser, da braucht es attraktives Futter! rechts: Schuppi mit Winterfärbung)


Im Winter stehe ich nicht auf große Futtermengen, besonders nicht bei Wassertemperaturen unter 5°C. Stattdessen versuche ich sehr regelmäßig kleine Mengen zu füttern. An meinem kleinen Pool fütterte ich von Montag bis Donnerstag  jeden Abend rund vierzig Boilies und 6 Ballen Freshwater Groundbait auf zwei nahe beieinander liegenden Spots in Wassertiefen von 2 und 4,5 Metern.

 

(Groundbait, Faktor-X Liquid Performance und Bait Attractor bilden die Basis meines Winterfutters)


Da zur kalten Jahreszeit meist die kleineren Karpfen und Weißfische nicht mehr sehr aktiv sind, kann man jetzt attracten, dippen und pimpen was das Zeug hält ohne befürchten zu müssen, dass man sich gleich den gesamten Kleinfischbestand auf den Platz holt. Ich möchte euch hier einmal zeigen, wie mein Winter-Set-Up am vergangenen Wochenende ausgesehen hat:


Anwendung von Groundbait:


1) Etwas Groundbait (Zirka 250 Gramm) in eine Schüssel füllen, und einen guten Schuss Faktor X-Liquid hinzu geben.

 


2) Eine geringe Menge Wasser hinzufügen. Lieber erst einmal etwas weniger.

 


3) Nun etwas Bait Attractor nach Wahl (zirka 2 Teelöffel) hinzufügen. Anmerkung: Der Bait Attractor kann auch dem trockenen Groundbait beigemischt werden, ich mag es jedoch, wenn der Bait Attroctor im Groundbait etwas unregelmäßig verteilt ist.

 


4) Masse durchkneten und zu Ballen formen. Sollte die Masse zu trocken sein, noch etwas Faktor X Liquid oder Wasser hinzufügen. Ist die Masse zu weich, zusätzliches Groundbait einstreuen und untermischen.

 


5) Die Festigkeit der Ballen kann nach Belieben variiert werden. Wenn ich nah am Ufer füttere, bevorzuge ich sehr weiche Ballen.

 


Anwendung von Teig:

 
Hakenköder ummantelt mit Teig. Ein alter Hut, ein extrem erfolgreicher „alter“ Hut!

1) Zirka 150 Gramm Boiliemix (hier Freshwater Mix) in eine Schüssel füllen, zwei Teelöffel Bait Attractor hinzugeben, und das Ganze mit einen guten Schuss Faktor X Liquid verfeinern.

 


    

2) Wasser hinzugeben und Masse durchkneten bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Wie beim Groundbait gilt auch hier: Ist die Masse zu trocken, noch etwas Faktor X Liquid oder Wasser hinzufügen. Ist die Masse zu weich, etwas Boiliemix einstreuen und einkneten. Achtung! Ist der Basismix nicht mit Nyco-Meth 2000 versehen, sollte statt Wasser ein Ei verwendet werden, damit der Boilieteig genügend Bindekraft hat und gut am Boilie haftet!

 


3) Etwas Teig abtrennen und zu einer flachen Platte drücken.

 


4) Anschließend den Köder komplett ummanteln. Tipp! Manchmal hält der Teig besser am Köder, wenn man den Boilie anfeuchtet bevor man ihn mit Teig ummantelt. Dies ist vom Köder und vom Teig abhängig. Probiert einfach aus was bei euch besser hält.

 


Die erste Nacht brachte gleich zwei Fische, einen 11 kg Schuppi und den „kältesten“ Mittvierziger den ich bislang fangen konnte. Beide Fische bissen auf dem flachen Spod, gerade einmal drei Meter von meinen Banksticks entfernt. Mit meiner 18 Jahre alten 2 ¼ lbs Armalite bändigte ich die beiden Fische direkt unter der Rutenspitze. Nach diesem Erlebnis war ich platt – rien ne va plus!

 

(23,5 kg Januarschuppi, makellos und wohl genährt)


Auch wenn ich eigentlich schon genug hatte, versprach ich mir noch mehr, doch die zweite Nacht verging ohne Huper. Erstaunlich, wenn man bedenkt dass beide Fische aus der ersten Nacht mein Futter ausschieden. Vielleicht habe ich ja doch zu wenig gefüttert? Oder der Trouble am Platz hat die anderen Fische verscheucht. Mit zwei gefangenen Fischen bei 3,6°C Wassertemperatur fange ich jedoch sicher nicht an irgendwelche Hypothesen aufzustellen, und erst recht werde ich nicht klagen. Lieber verabschiede ich mich mit einem zufriedenen „Alles richtig gemacht“.

 

 

Bis bald
Patrick

 

 

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