Weiße Ostern...

 

(Es ist Anfang April und der Osterurlaub stand an)


Zusammen mit einem Freund fuhr ich 700 km in den Süden Deutschlands, zu einem mir bereits bekannten N
atursee und ich erlebte dort trotz extrem widrigen Bedingungen einige pfündige Überraschungen!! Aber lest selbst....


Das Wetter ist wechselhaft und die Wassertemperatur liegt unter 10°C, dennoch sind wir guter Dinge. Spät am See angekommen ist es bereits dunkel und der andauernde kalte Regen gefällt mir nicht. Ich belade das Boot und steuere einen auf der anderen Seeseite gelegenen Platz an. Schnell wird das Zelt irgendwie auf dem durchnässten Boden aufgebaut. Da es für eine genaue Spotsuche schon zu dunkel ist, wird die erste Rute mit einem PVA Stick bestückt und an einer Kante in ca. 60 m Entfernung platziert. Die zweite Rute landet nicht weit vom Ufer unter einem Baum. Anschließend werfe ich noch schnell ein paar mit Faktor X Liquid und Bait Attraktor gepimmte Wundermurmeln auf die Plätze.


(Wenn man die Fische locken will - Faktor X Liquid eignet sich hervorragend dazu)

 

Ohne große Hoffnungen lege ich mich todmüde auf meine Liege und versuche trotz des starken Regens, der auf mein Zelt prasselt, einzuschlafen. Ich bin gerade eingenickt, da meldet sich plötzlich die erste Rute


(Schneeregen prasselt auf mein Zelt)

 

Adrenalin geladen springe ich zur Rute und nehme Kontakt zum Fisch auf. Nach einigen schwungvollen Fluchten, landet ein wunderschöner Schuppi der 20 Pfund Klasse in den Maschen meines Keschers. Nachdem ich den Fisch versorgt und die Rute erneut an die Kante befördert hatte, lege ich mich wieder zufrieden in meinen warmen Schlafsack. Keine zwei Stunden später werde ich erneut aus dem Schlaf gerissen. Es ist wieder dieselbe Rute, doch diesmal ist die Gegenwehr meines Kontrahenten deutlich größer. Erst jetzt bemerke ich, dass es nicht mehr regnet, sondern Hagelkörner auf mich einprasseln. Mein Puls schießt in die Höhe, dennoch  versuche ich mich in Geduld zu üben, während der Fisch sich stark wehrt. Nach ein paar Minuten kommt ein kräftiger Schuppi an die Wasseroberfläche und landet kurz darauf im Kescher.


(Wahnsinn - nur am Wasser kann man sowas erleben - nicht zuhause wenn man bei Facebook surft!)

 

Zufrieden stelle ich fest, dass trotz des sich weiter abkühlenden Wassers, die Fische aktiv sind und fressen. Noch bevor die Sonne aufgeht, pfeift die Uferrute ab und meine Sounderbox kreischt in höchsten Tönen. Als ich aus dem Zelt springe und die Rute aufnehme, kann ich meinen Augen kaum trauen. Die ganze Landschaft ist nun von einer dünnen Schneeschicht bedeckt. Als dann nach einem kurzen aber heftigen Drill ein wunderschöner Spiegler auf meiner Abharkmatte liegt, bin ich überglücklich. Nun kann ich nicht mehr schlafen und so freue ich mich auf die Fotosession im Schnee.


(Alles weiß - davon träumt man doch eigentlich im Winter)


Meine Taktik bleibt auch in der kommenden Nacht gleich und so lege ich wieder eine Rute ins abfallende Wasser auf etwa 4,5m Tiefe, die andere landet mit einer handvoll Boilies vor meinen Füßen im Uferbereich. An beiden Ruten montiere ich einen Schneemann, bestehend aus einem 16mm Lightniting Popup und einer 20 bzw. 24 GLM Boilie. Ich vertraue diesen Baits einfache, und so setze ich große Hoffnungen in die kommende Nacht...


(Gute Montagen bringen gute Fische)

 

Die Strategie scheint voll aufzugehen, denn pünktlich um Mitternacht meldet sich wieder die Uferrute. Der Fisch zieht ohne großartige Kopfschläge gemächlich Schnur von meiner Rolle. Mir wird schnell klar, dass ich keinen Satzkarpfen geharkt habe, also beschließe ich den Fisch mit dem Boot zu folgen. Ein Glücksschrei hallt über den See, als die Maschen meines Keschers den schuppigen Körper umgeben. Mit 18kg ist dies für mich ein wahrer Topfisch. Die restliche Nacht verläuft ruhig, was wahrscheinlich auf den starken Temperatursturz zurückzuführen ist.



(Gleich zwei gute Fische mit weißer Landschaft.... ohne Worte!)

 

Tagsüber probieren wir einiges aus. Gerade die Seerosen im flacheren Teil des Sees erweisen sich nun als interessant. Ein einzelner Pink Lightning Popi, der zusätzlich mit einem kleinen PVA Stick bestückt wurde, beschert uns so mehrere kleinere Karpfen und einen jungen Wels.



(Schuppenkarpfen wie gemalt!)

 

Scheinbar haben die Fische eine bestimmte nächtliche Zugroute, sodass jeweils gegen Mitternacht immer die gleiche Uferrute abläuft. So kann ich in den Folgetagen noch den ein oder anderen schönen Fisch landen, unter Anderem auch einen makellosen Lederkarpfen. Der letzte Fisch der Tour ist ein alter Bekannter aus dem letzten Sommer, ein wunderschön gefärbter Two Tone.



(His name: Mr. Nice)

 


Insgesamt ist es somit trotz stark wechselnder Wetterbedingungen ein wirklich gelungener Kurztrip geworden. Für mich hat sich gezeigt, dass offenbar ausreichende Gewässerkenntnisse und die Verwendung von gut arbeitenden Ködern bei niedrigen Wassertemperaturen schon in geringen Mengen der Schlüssel zum Erfolg sein kann


(Der Schnee hielt nicht lange - aber wir hatten ja auch Ostern)


Schöne Stunden am Wasser,

 

Jonas Weber

 

 

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