Glück, Können oder doch irgendetwas anderes?

Mittlerweile haben wir schon Spätsommer, bald fallen schon wieder die Blätter von den Bäumen und die Wälder zeigen uns schon wieder ihre Farbenpracht. Das Tackel wird wieder durch schwere Schlafsäcke oder sogar Propangasflaschen für die Zeltheizung beschwert. Aber bis dahin ist ja glücklicherweise noch ein bisschen Zeit. Momentan versuche ich wieder so oft wie möglich am Wasser zu sein, da dies leider in den letzen Monaten nicht so einfach war. Ich hatte meinen Bayerischen Realschulabschluss vor mir und das Lernen dafür verschlung echt viel Zeit. Aber egal jetzt ist alles rum, der Abschluss ist bestanden und am 01.September beginnt ein neuer Lebensabschnitt, nämlich meine Ausbildung. Hat natürlich alles seine Vor-und Nachteile, jetzt geht zwar regelmäßig Kohle für neues Tackle und natürlich noch mehr Boilies aufs Konto ein, aber dafür habe ich nur knapp 30 Tage Urlaub im Jahr, die wohl geplant sein müssen. Der Wetterbericht schrieb irgendwas von schweren Schauern und Gewittern, aber das sollte mich nicht davon abhalten am Hausgewässer fischen zu gehen.

 

 

Am Wasser angekommen wurden erst einmal die Spots mit dem Echolot ausgesucht und pro Spot 2-3Kg 20er und 24er GLM Boilies verteilt. Als Hakenköder entschied ich mich für 2 Schnemänner einmal GLM + Yellow lightning und Fresh Water + Green lightning, diese hatten mich  bis jetzt noch nie im Stich gelassen. Immer wenn ich die Dose mit den Green Lighting Pop ups aufmache, muss ich mich echt zurückhalten, dass ich die Teile nicht esse, die Dinger riechen einfach nur GEIL!

 

 

Naja die ersten Tage liefen auf Deutsch gesagt „beschissen“. Drei Bisse verteilten sich auf die 2 Tage, keiner davon konnte durch das hohe Krautvorkommen verwertet werden. Aber okay es kam dann der Freitag an dem wieder alles so lief wie ich es mir erhofft hatte. Kaum hatte sich mein Kumpel der mir für 2 Nächte Gesellschaft leistete auf den Weg Richtung Heimat gemacht, ging es los. Ich saß gerade gemütlich auf meinem Stuhl, band eine meisterliche Montage als ein absoluter Bilderbuchrun geschah. Also Rute in Hand und ab ins Invader. Also so nebenbei muss ich dieses Boot echt mal loben, damit lässt es sich echt wunderbar rudern, ich ziehe mir die Ruder nicht an die Knie, Geberstange und Elektromotor gleichzeitig geht durch den Heckspiegel auch dran, super stabil, echt ein Traum! Aber nun wieder zurück zum Fisch. Nach einem wunderbaren Drill und einem langen auf und ab der Rute, landete ein wuchtiger 17kg Spiegler im Kescher. Der Wendepunkt der Session war soeben da.

 

 

Paar Stunden danach kam mal wieder mein Kumpel Alex, der dann mit mir bis Sonntag hier fischte. Jetzt konnte wirklich nicht mehr viel schief gehen. Alex hatte mal wieder alle möglichen kulinarischen Spezialitäten aus Italien dabei, die wir natürlich gleich, nach dem er aufgebaut hatte, verspeisten. Ebenso kulinarisch eingelegte Boilies hatte er auch im Gepäck. Eco-LT Boilies mit Rinderleberextrakt abgerollt, hatte er jetzt schon 2 Wochen in einen Mix „alla Alex“ eingelegt. Am Abend wurden die Ruten nochmal neu gelegt, eine Rute bestückte ich mit den feinen Eco´s. Leider keine weiteren Fischaktionen. Wir ließen den Abend noch mit einem Fläschen Rotwein ausklingen und verzogen uns in unsere Zelte. Samstagmorgen regnete es so stark, dass ich dachte ich hätte mein Zelt versehentlich unter einem Wasserfall aufgebaut. Ein paar Stunden später scheinte dann aber auch schon wieder die Sonne und meine rechte Rute lief ab. Ein relativ kurzer Drill und schon zeigte sich der wunderschöne 18kg Schuppmann an der Oberfläche, den ich kurze Zeit später genau im Kescher begutachten konnte.

 

 

 

Den Tag blieben bis auf einen kleinen Spiegler, aber die Bissanzeiger ruhig. Es kam der Samstagabend und der Wetterbericht machte seine Aussagen war, es regnete und regnete bis dann ein starkes Gewitter immer näher kam. Glücklicherweise zog es vorbei und nach ein paar Stunden Schlaf war dann schon Sonntagmorgen. Alex und ich fingen an diesem Tag im 30 Minuten Takt Fische. Es war ein Angeltag wie ihn sich jeder Geistig aber nicht Körperlich wünscht. Zum Fisch rudern, Fisch drillen, zurück rudern, Fisch für die Fotos heben, wieder ca. 150m an den Spot rudern, Rute am Spot ablegen, zurück rudern, 30 Minuten Pause und wieder Fisch drillen. Und dann erzählen mir Leute, dass Angeln entspannend sei. Aber genau so muss es laufen! Wir hatten trotz Muskelkater am Abend, einen wunderbaren Tag mit vielen Fischen und waren überglücklich. Dieses Grinsen welches ich abends beim Ansehen der Bilder auf den Backen hatte, ließ mich den Muskelkater aber glatt vergessen, also „scheiss drauf“!

 

 

Zwischendrin mal ein kleiner Snack und ein cooler Krebs der gar nicht mehr von den neuen Red Faktor + wegwollte und sie in Kampfstellung verteidigte, dann ging es auch schon wieder weiter mit den Fischen.  Es war definitiv mal wieder eine sehr gelungene Session

Momentan sitze ich daheim, schreibe diesen Bericht und lasse die Session revue passieren. Nach den Tagen am Wasser, denke ich viel darüber nach was denn jetzt den Erfolg bzw. Misserfolg ausmachte. Lag es an den Boilies, der Montage, dem Platz oder war es einfach nur Glück? Ich vertrete aber die Meinung dass mehrere Faktoren die zusammen spielen den Erfolg ausmachen. Was nützt einem ein absoluter High-End Boilie mit dem man doch schon so viele Fische gefangen hatte, wenn er am falschen Platz liegt? Nichts! Oder was nützt eine Montage, für welche man zwei Stunden Zeit benötigt hat sie zu binden, wenn sie dann verheddert am Grund liegt und die Fische sich nicht Haken? Ebenfalls Nichts! Deshalb bin ich der Meinung, man sollte sein Handeln am Gewässer genau überdenken, denn dieses Überdenken trägt schonmal ein ganzes Stück zum Erfolg bei.

 

 

Ich wünsche allen noch einen erfolgreichen Sommer und viele dicke Fische!

Giuliano Nella

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