Kochen oder Dämpfen?

 

Das Thema scheint heiß zu sein wie selten zuvor. Die Fragen der Kunden häufen sich ob wir denn unsere Boilies dämpfen oder kochen würden und was denn jetzt wirklich die bessere Zubereitungsmethode sei.

Da ich mich doch etwas über die mehrfachen Fragen wunderte recherchierte ich etwas und stieß auf einen jüngst in einem Karpfenmagazin veröffentlichten Artikel, der sich recht schnell als eklatant an den Haaren herbeigezogen erwies. Aber schreiben kann man ja viel die leicht wirr zu machenden Karpfenangler glauben es schon. Jedoch glauben es nicht alle denn sonst kämen nicht die Nachfragen.

Daher werde ich mal kurz und knapp die drei gängigsten Methoden (Kochen, Dämpfen, Microwaven) erläutern.

 

Kochen:


Jeder hat es schon einmal getan, alle leben noch und viele machen es immer noch und es ist die einfachste Methode die Boilies fertig zu bekommen. Nach ca. 3 Minuten sind sie bei 100°C  soweit durch das man sie abschöpfen kann. Aber jeder die diese Methode schon einmal praktiziert hat konnte das sich immer mehr trübende Wasser und den weißen Schaum erkennen der sich zunehmend mit der Menge der gekochten Boilies ansammelte.

Die Trübung des Wassers entsteht durch ausgekochte Substanzen, je mehr wasserlösliche Inhaltstoffe wir dem Boilie beipacken, desto mehr kochen sie sich aus. Der weiße Schaum ist ausgekochtes Eiweiß das auch im Fischmehl enthalten ist.

Grundsätzlich reicht die Kontrolle mit dem Auge, es werden definitiv Stoffe aus dem Boilie ausgekocht. Ob das jetzt eher schlecht oder gut für das Beißverhalten ist, kann ich nicht sagen in manchen Fällen, wenn Extrakte von besonders eifrigen Anglern extrem überdosiert werden (zb. Rinderleberextrakt ab 10%) ist es möglicherweise gar nicht so schlecht wenn sich das Extrakt etwas auskocht – dann braucht man es aber auch nicht so stark konzentriert zusetzen.

 

Dämpfen:


Die wohl einfachste und schonendste Methode überhaupt. Benutzt man einen professionellen Konvektomaten wird die Dampfdichte automatisch gesteuert. Nicht komprimierter Wasserdampf hat genau 100°C, nur wenn man ihn sammelt wie zb. in einem Schnellkochtopf und sich ein Druck aufbaut, nimmt die Temperatur des Dampfes über 100°C zu. Konvektomaten haben an der Oberseite eine Öffnung an die eine Leitung ins Freie angeschlossen ist. Dadurch bauen die Konvektomaten keinen Druck auf und der Wasserdampf hat 100°C. Will man über 100°C kommen muss die Heizung zugeschaltet werden, die arbeitet wie in jedem haushaltsüblichen Backofen. Aber diese Funktion brauchen wir beim Boilies Dämpfen nicht.

Es werden also genau dieselben Temperaturen erreicht wie beim Kochen, nur das sich keine Inhaltstoffe auskochen. Übrigens werden die Boilies in einem Konvektomaten, der von Anfang an direkt Wassersdampf einbläst, auch nur 8 Min gegart. Fertig sind sie aber sogar schon nach 5 Minuten. Das Selbe gilt übrigens auch für die kleinen gasbetriebenen Dämpfer, die von den Karpfenanglern betrieben werden. Auch hier entsteht kein Druck also nur 100°C. Würde sich der Wasserdampf stauen flöge uns der Deckel um die Ohren so wie bei jedem kochenden Suppentopf, wenn der Deckel durch sich stauenden Wasserdampf anfängt zu klappern.

 

Microwaven:


Im Prinzip ist das Microwaven nichts anderes wie das Dampfgaren. Dadurch das die feuchten Boilies in einem Plastikbeutel eingeschweißt sind fängt das Wasser an zu sieden und gart die Boilies, da der Dampf nicht aus dem Beutel entweichen kann. So werden die Boilies also im eigenen Saft gegart. Durch das verkochende Wasser bläht sich der Beutel auf, dadurch das wir ihn langsam abkühlen lassen, kondensiert der Dampf wieder zu Wasser und die Boilies saugen es nach und nach wieder auf. Lässt man sie nicht langsam oder zu kurz abkühlen, nehmen sie das Wasser nicht mehr richtig auf und können teilweise zu Pop Ups werden (Prinzip: Boilies in den Backofen legen). Übrigens ist das microwaven mit dem autoklavieren gleichzusetzen sprich man tötet alle Keime ab und erhält mittelfristig haltbare Boilies.

 

Fazit:


Früher habe ich meine Boilies der Einfachheit halber gekocht und jede Menge Karpfen gefangen. Heute dämpfe ich die Boilies der Einfachheit halber wegen und fange wieder jede Menge Karpfen. Und nicht nur ich sondern auch unsere Kunden, was mir persönlich viel wichtiger ist.

Also nicht wirr machen lassen es ist dem Fisch weitestgehend egal ob die Boilies gekocht, gedämpft oder gemicrowaved werden. Lediglich Personen die sehr viel Wert auf wasserlösliche Extrakte legen sollten ihre Boilies dämpfen oder microwaven. Denn sonst kochen doch einige der teuren Inhaltstoffe aus, was den Boilie nicht unfängiger macht aber einfach schade ist.

Alles andere ist Spekulation von Leuten die zu lange nichts gefangen haben und sich Gedanken um die unwesentlichen Dinge beim Angeln machen.

 

Euer Jan

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