Kids on Carp

    

Die 2te Auflage, des seit letztem Jahr bestehenden Kids On Carp Event, welches von meinem geschätzten Freund Moritz Rott ins Leben gerufen wurde, sollte aufgrund der positiven und guten Resonanz aus dem Vorjahr, auch in diesem Jahr natürlich nicht ausbleiben. Vom 6.5 – 8.5.2011 war es dann wieder soweit und so trudelten 12 Jugendliche im  zarten Alter zwischen 12 und 17 Jahren an dem Vereinsgewässer des ASV Pulheims ein! Die Teams der jugendlichen wurden vorab gewählt und vor Ort mussten die Kids nur noch eine Zahl ziehen, auf der die Nummer ihres Platzes stand! Die Betreuer luden Sack und Pack auf die zur Verfügung gestellten Boote und schon durfte es auch losgehen! Ich glaube für viele der Kids, war allein die Fahrt mit dem voll beladenen Boot, über den großen klaren See schon ein absolutes Highlight,  wenn die wüssten, sie mussten ja nicht rudern! Das Team welches ich betreuen durfte saß auf Platz Nummer 5, Vorteil hier war, wir hatten es nur ein Paar Meter zum Basecamp J

Der gezogene Platz

Als ich die Jungs begrüßte waren die beiden schon mit dem Aufbau ihres kompletten Tackles fertig und warteten nur darauf, endlich die Ruten rauszubringen! Als erstes verschaffte ich mir einen kleinen Überblick über die vorhandenen Kleinteile, die die beiden zur Verfügung hatten, um gegebenenfalls noch das ein oder andere beizusteuern. Jetzt hieß es erst einmal Rigstunde und wir bindeten gemeinsam, die unserer Meinung nach passenden Rigs. Des weiteren musste geklärt werden, welche Köder gefischt werden soll, die Frage löste sich von ganz alleine, als ich das uns zur Verfügung gestellte Köderpaket aus dem Auto holte. Die tüten wurden mir wahrlich aus der Hand gerissen und nach kurzer taktischer Überlegung einigten wir uns darauf, die 4 Ruten mit jeweils 2 Sinkern und 2 Snowmans zu fischen.

Am Vorabend benetzte ich einige Hakenköder mit dem Freshwater Groundbait und einem Leberextrakt, welche den beiden als Hookbaits dienen sollten!

Fresh Water Boilies ummantelt mit dem Fresh Water Bait Attractor

Als die Peitschen scharf waren, ging es mit Klopfblei und Echolot auf Erkundungstour. Schnell stellten wir fest, dass der See eine Durchschnittstiefe zwischen 8 und 11 Metern hat, Kanten suchten wir vergebens. Keine 10 Meter vom Ufer entfernt hatten wir schon eine Tiefe von fast 9 Metern, nicht ganz so rosige Bedingungen. Weiter draußen, auf ca 200 Metern, sah das ganze aber schon wieder anderes aus, denn dort wurde es im Gegensatz zu den Uferpartien flacher. Hendrik und ich fanden einen Spod auf 6,5 Metern, versuchten mit Hilfe des Klopfbleies einen Überblick über die Bodenstruktur zu erhalten und legten 2 Ruten auf diesem ab.

Der Platz wird ausgelotet

Es war die einzige für uns interessante Stelle weit und breit, daher versuchten wir es mit einer der Ruten mitten drauf und der anderen unterhalb der leicht abfallenden Kante. Gefüttert wurde großflächig ca. 2 Kg 20mm Freshwater Boilies und in nähe der Hakenköder 1 Kg Freshwater Groundbait.

Marian beim Anmischen vom Groundbait

Die Fresh Water Groundbait Wolke entfaltet ihre Wolke im Wasser

Anschließend waren Philipps Ruten an der Reihe, rechts von unserem Platz aus lag eine kleine Bucht, welche wir nach markanten und interessanten Spods ausfindig machten. Phillipps rechte Rute konnten wir unterhalb einer Uferböschung auf ca 2 Metern ablegen, hier vertrauten wir auf den visuellen Effekt eines Green Lightning Pop Up`s in der Kombination mit einem Sinker. Gefüttert wurde nur spärlich mit den Freshwater Boilies.

Mit Vorsicht zu genießen war ein Drahtseil, welches am Kopf der Bucht ins Wasser führte, dieses diente uns aber als Anhaltspunkt für Philipps 2te Rute. Wir fuhren Entlang des Seiles in Richtung See Mitte und suchten auch hier wieder vergebens nach offensichtlichen und vielleicht produktiven Stellen. Wie schon bei Hendrik konnten wir auch hier wieder einen Spod auf ca 150 Metern finden, welcher auf ca. 6,5 – 7 Metern lag. Hier wollten wir die letzte Rute ablegen und hofften auch hier auf Fisch. Diesmal beschlossen wir auf diesem Spod nur kleine Baits zu füttern, diese aber in einem Radius von ca 8 Quadratmetern großflächig zu verteilen. Zum Einsatz kamen ca. 2 Kg 14 Mm Pro Nature GLM Boilies.

Nachdem alle 4 Ruten scharf waren, versüßte uns die restlichen Abendstunden unser Koch Fabio mit selbstgemachtem Gularsch, ein Gaumenschmauß. Die erste Nacht konnten wir mit vollem Margen leider durchschlafen, doch während wir am nächsten Morgen gerade unser frisch gemachtes Rührei aßen, bekam Philip einzelne Piper auf der Rute, welche wir mittig vom Drahtseil abließen. Philipp setze den Hieb und spürte Kontakt zum Fisch. Hendrik und ich machten derweil den Kahn fertig und ruderten kurz darauf alle 3, mit hohem Tempo in Richtung Fisch. Einige Minuten später bemerkten wir, das der Fisch wohl im Winkel mit der Schnurdehnung gezogen hat, was daraufhin auch die einzelnen Pieper verursachte und nicht zum Dauerton führte. Der Fisch war schon längst am Ufer angekommen, unter dem Drahtseil hindurch geschwommen und hing in einer Baumwurzel auf ca 2 Metern Tiefe fest. Kopfschüttelnd und hilflos standen wir mit krummer Rute über dem Fisch und versuchten die Schnur aus den Wurzeln zu befreien. Der Fisch war noch sichtbar und so hätten wir ihn dort nicht hängen lassen können. Kurzerhand entschloss ich mich meine Sachen abzulegen um zu versuchen, den Fisch aus dem Hindernis zu befreien.

Mann über Bord, und eine Sekunde später befand ich mich im kühlen Nass. Noch während des Eintauchens dachte ich mir „was hast du getan“ das Wasser war noch sau kalt. Im nachhinein zeigte mein eigen Thermometer ca 6 Grad an ;) Die ersten Tauchversuche waren vergebens, denn ohne Taucherbrille war es schwer, den Fisch zwischen den Ästen ausfindig zu machen. Doch aufgeben wollte ich nicht und einen Tauchgang später, konnte ich die Keschermaschen um den Fisch schließen.

Der Fisch musste geborgen werden

Die Freude war riesig und allen anzusehen. Es war zwar nicht der erhoffte Biggie aber trotz seiner 20 Pfund war dieser Fisch einmalig und die Geschichte, die hinter diesem Fisch steckt, wird allen Beteiligten in Erinnerung bleiben.

 Den Nachmittag verbrachten alle Teilnehmer dann bei einem gemeinsamen Grillen und einer kleinen Audiovisionsshow, welche noch kurzfristig von Jan und Moritz erstellt wurde.

Schönen einen gegrillt

Nachdem alle hungrigen Mägen gestillt waren, ging es wieder an das raus fahren der Ruten. Diesmal aber nicht so planlos wie am Vortag, daher lagen die 4 Ruten auch wieder pünktlich zur Dämmerung auf ihren Plätzen.

Thomas Boda von Carpheart TV zu Besuch

Wir vertrauten weiterhin auf die bereits am Vortag gefundenen Spods und fütterten nochmals pro Rute ca. 1,5 Kg Baits. Einen neuartigen konnten wir jedoch noch finden. Dieser lag zwar auf etwas über 200 Metern Entfernung, schien uns aber als hoch Interessant, da dieser vor einer abfallenden Kante zwischen 6,5 und fast 9 Metern lag. Hier wollten wir es jetzt wissen und fütterten auf die eine Rute 2 kg Bloody Liver und nochmals ca 2 kg ProNature GLM in 14 mm. Ich sagte noch zu Hendrik“hier läuft einer, 100%“ Eine innere Stimme sprach mir das zu, ich weiß auch nicht aber ich hätte drauf wetten können. Als Hakenköder kam wieder ein benetzter 20 mm Sinker ans Haar. Im Anschluss machten wir es uns vor unseren Bivvies gemütlich, erzählten von vergangenen Angeltouren und genossen die Ruhe am See. Kurz nach Mitternacht legten wir uns dann in unsere Schlafsäcke und schliefen mit der Hoffnung auf einen weiteren Fisch ein. Die Nacht über verlief wieder ruhig, eigentlich zu ruhig denn bis zum Morgengrauen tat sich auf allen 4 Ruten nichts. Ich war gerade auf dem Rückweg vom Camp, frisch aufgesetzter Kaffee erfüllte den Morgen,  als Hendriks Rute einzelne Pieper von sich gab. Es war die weite Rute. Hendrik schlummerte noch vor sich als sich der Swinger ein weiteres mal nach oben bewegte. Ich fackelte nicht lange und schlug an „ hängt“ Hendrik war derweil von meinem Rufen wach, stand schon bereit und so übergab ich ihm direkt die Rute! Ich machte das Boot los, Henrik rein und schon konnte das Rudern wieder beginnen. Der Drill war traumhaft, aufgehende Morgensonne bei wolkenlosem Himmel, erste Sonnenstrahlen die das Gesicht kitzelten, perfekt. Hendrik machte seinen Job super, für sein Junges Alter sehr professionell und gelassen.

Der Fisch gab Anzeichen das er nicht klein war, zog mit aller Seelen Ruhe seine Bahnen unter dem Boot und machte es uns nicht leicht, ihn an die Oberfläche zu befördern. Doch es gelang uns und wenige Minuten später konnten wir einen großen Schuppenkarpfen über den Kescherrand führen. Hendriks Freude war riesig, ich gratulierte ihm per Handschlag und ein Blick in  den Kescher bestätigte meine Vorahnung. Ich hatte Hendrik gefragt was bis Dato sein größter Schuppi wäre, 27 Pfund erwiderte er und ich meinte nur „Bis gerade“. Hendrik wurde von nun an unruhiger und war wie von der Tarantel gebissen zappelig, bis wir das Ufer erreichten. Moritz und Philipp erwarteten uns schon mit Kamera und Nasser Matte.  Den dicken aus dem Wasser und auf die Matte gelegt, zeigte er sich von seiner besten Seite.

Der dicke Schuppi

Die Waage blieb bei 17 kg stehen und einen kleines „Jess“ konnte Hendrik sich dann nicht verkneifen. Die Freude, die aus seinem Grinsen strahlte werde ich nie vergessen.

Nach einem kurzen Shooting ließen wir den dicken wieder zurück in sein Element und freuten uns auf eine Stärkung am Camp. Nach dem Frühstück ging es wieder ans eingemachte, jedoch im negativen Sinne „abbauen, wer hasst es nicht“ Im Anschluss versammelten wir uns noch mal mit der gesamten Truppe um einige, für die Kids gesponsorten Goodiebags loszuwerden. Das Wochenende sollte nicht als Wettkampf oder Wettangeln vermittelt werden, dennoch sollten die Fänger der größten, als auch die anderen Teilnehmer mit kleinen Sachpreisen beglückwünscht werden. Leider muss man sagen das dieses wirklich wunderschöne Wochenende wieder mal viel zu schnell vorüber war, dennoch war es eine große Bereicherung, aber auch Erfahrung für uns Betreuer. Wir hoffen den Kids etwas vermittelt haben zu können und das sie doch noch das ein oder andere vielleicht gelernt haben. Abzusehen ist es aufjedenfall, das im nächsten Jahr das dritte Kids On Carp Event stattfinden wird, dann aber mit neuer Location und hoffentlich genau so coolen Kids.

Alle waren glücklich über das gelungene Event.

Das Team Naturebaits

Im Namen von Hendrik und Philipp möchte auch ich mich noch einmal bei Jan Brauns für das von ihm gesponserte Köderpaket bedanken, ich denke auch im Namen der Fische ;)

Bis nächstes Jahr

Cheers

Marian Sura

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