(An-) Fängerglück

Ich bin immer noch total platt, euphorisiert und überwältigt. Von solchen Fischen, die ich vor kurzem fangen konnte, hätte ich niemals zu träumen gewagt.

Eins vorab gesagt: Ich bin absoluter Anfänger im gezielten Karpfenangeln und dies ist meine erste Saison, in der ich gezielt mit Boilies auf Karpfen fische. In den letzten Jahren war ich zumeist mit Stipp-, Match- und Feederrute unterwegs und konnte natürlich auch hier schon die eine oder andere Begegnung mit kleineren Karpfen machen. Die Kampfkraft dieser Fische am feinen Gerät hat mich dazu gebracht es auch mal gezielt auf die größeren Exemplare zu versuchen.

Also wurden den ganzen Winter über Bücher, Zeitschriften und Artikel aus dem Internet verschlungen, damit ich gut vorbereitet in die Saison gehen konnte.

Das erste Gewässer was ich befischen wollte war ein kleiner See von 5-6 Hektar. Hier konnte ich schon unheimlich viele kleine Karpfen um 1-2 Kilo fangen, aber ich hatte gehört, dass es auch richtig große Karpfen geben würde.

Es gestaltete sich zu Beginn für mich aber recht schwierig an den massenhaft vorkommenden kleinen Karpfen vorbei zu angeln, um an die Dicken heranzukommen.

Inspiriert durch einen Artikel in einer Zeitschrift, stellte ich dann sehr große und harte Boilies her. Da ich gerne Dinge selber ausprobiere und herumexperimentiere, stellte ich mir einen einfachen Fischmix zusammen, aus dem ich zusammen mit Nyco Meth 2000 große und richtig harte Boilies mit den Händen abrollte. Die Boilies hatten eine Größe von kleinen Frikadellen und waren richtig schön hart. Hieran sollten sich die kleinen Karpfen hoffentlich nicht herantrauen.

Ich wollte eigentlich einige Tage vor dem Angeln mit dem Füttern von relativ kleinen Portionen der Big Balls beginnen, doch schon einen Tag nach dem ersten Füttern trieb es mich ans Wasser.

Die ersten Stunden tat sich nichts und ich wurde langsam ungeduldig, da ich auch nicht über Nacht bleiben konnte. Ich wollte aber unbedingt in die Dunkelheit hinein angeln. Urplötzlich kam auch irgendwann der heiß ersehnte Biss und ich konnte Fühlung zu einem großen Fisch aufnehmen. Schon beim Drill wünschte ich mir, dass der Karpfen mein selbst gestecktes Anfangsziel von 10 Kilo in der ersten Saison übertreffen würde.

Nach einigen Minuten konnte ich den Fisch zum ersten Mal sehen und hätte mir fast in die Hose gemacht. Der Fisch war für mich absolut gigantisch und ich musste mich vor Freude und Aufregung anstrengen, um mich auf die erfolgreiche Landung zu konzentrieren.

Als ich den Fisch dann auf der Matte hatte wollte ich ihn natürlich auch wiegen. Doch meine einfache Digitalwaage zeigte nur „Error“ an. Das darf doch nicht wahr sein dachte ich mir und wog den Fisch noch einmal mit dem gleichen Ergebnis. „Was ist mit der sch…. Waage los?“ dachte ich mir, und dann begriff ich erst was los war: Meine Waage geht nur bis 20 Kilo und der Fisch inklusive Wiegesack war einfach zu schwer. Später erfuhr ich von einem Bekannten, der Fisch den einige Wochen vorher gefangen hatte, dass er damals 21 Kilo gewogen hat.

Auch das Fotografieren war für mich eine echte Herausforderung, denn zum einen hatte ich ja noch nie einen solchen Fisch in den Händen gehalten und außerdem hatte ich durch den Selbstauslöser meiner Kamera nur 10 Sekunden Zeit. Von daher bitte ich die mäßige Qualität der Bilder zu entschuldigen.

Nach diesem Fang fuhr ich mit einem fetten Grinsen nach hause und konnte gar nicht aufhören, mir die Bilder immer wieder anzusehen.

Am nächsten Tag ging ich wieder etwas Füttern um die nächsten beiden Abende wieder anzugreifen.

Was soll ich sagen, meine Serie ging famos weiter und ich konnte weitere wunderschöne und große Fische bis zu 19 Kilo fangen.

Was für eine Woche. Nun bin ich natürlich infiziert und freu mich schon auf weitere tolle Stunden am Wasser.

Georg Wickerath

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